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Aktuell hat noch nicht jeder Schweizer Endkunde die Möglichkeit, seinen Stromanbieter selber zu wählen. Im Rahmen der Diskussion über die Strommarktöffnung sowie die Risiken und Chancen, die sie für erneuerbare Energien bedeuten kann, hat der Energy & Strategy Think Tank des Instituts für Strategisches Management an der Wirtschaftsuniversität Wien im Auftrag des BFE eine Analyse verschiedener Geschäftsmodellinnovationen für erneuerbare Energien in liberalisierten Märkten durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in Form von mehreren Faktenblättern veröffentlicht.

Darin werden einige Geschäftsmodelle aufgelistet, die schon heute in Nachbarländern der Schweiz dazu beitragen, dass der Markt für erneuerbare Energien von der Möglichkeit des direkten Verkaufs an die Endkunden profitiert. Doch solche Geschäftsmodelle sind heute im teilgeöffneten Markt der Schweiz nicht möglich.

Unter anderem zeigen die Autoren, dass in einem freien Markt neue Akteure entstehen können, die erneuerbare Energie produzieren und vermitteln. Darüber hinaus verbreiten sich erneuerbare Energien durch neue, mit dem Stromverkauf verbundene, Beteiligungsmodelle. Die Digitalisierung spielt hierbei eine wichtige Rolle: Es entstehen beispielweise neue digitale Plattformen, die dem Kunden erlauben, den eigenen Strommix zu gestalten und dies mit einer ortsunabhängigen Beteiligung an der Stromproduktion zu kombinieren. Darüber hinaus listen die Faktenblätter auch Beispiele neuer Dienstleistungen für Konsumenten und Produzenten erneuerbarer Energien sowie für Elektromobilität auf, die Energieversorgungsunternehmen in geöffneten Märkten anbieten. Dabei ist die Möglichkeit der flexibleren Preisgestaltung in den geöffneten Märkten nicht nur für Stromanbieter von Vorteil, sondern sie dient auch einer besseren Netzintegration erneuerbarer Energien.

Die Autoren zeigen somit auf, dass in liberalisierten Strommärkten einige innovative Geschäftsmodelle entstehen können, die sowohl neuen  als auch etablierten Akteuren Chancen bieten und zu einer schnelleren Verbreitung und Marktintegration erneuerbarer Energien beitragen können.

Yuliya Blondiau, Fachspezialistin Marktregulierung, BFE

 

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