Nationale Konferenz „Digitale Schweiz“ – Die digitale Energieversorgung ist und bleibt ein Thema


Am Montag fand in Biel die nationale Konferenz „Digitale Schweiz“ in Biel statt. 700 hochrangige Gäste waren beim Startschuss ins digitale Zeitalter vor Ort. Das BFE organisierte im Rahmen der Konferenz zusammen mit den Ämtern BAFU und ARE einen Workshop zu Digitalisierung, Energie und Ressourceneffizienz, der von rund 70 Teilnehmer besucht wurde. Die Energiethemen wurden auf dem Podium aktiv diskutiert durch Stéphane Maret, Directeur Réseaux von SIG, Jürg Grossen, Parteipräsident GLP und Unternehmer, Peter Waser, CEO Starmind und Daniel Büchel, Vizedirektor BFE. Was kam heraus?

Die Digitalisierung nimmt erst richtig Fahrt auf. Die Energiestrategie 2050 ist ein wichtiger Treiber und wurde im Workshop als wichtiger «erster Schritt» bezeichnet. Sie umfasst bereits einen Regulierungsrahmen für eine digitale Messung des Verbrauchs (Smart Metering), für den dabei notwendigen Datenschutz und die IT-Sicherheit sowie die Nutzung von Verbrauchs- und Produktionssteuerungen (Flexibilität). Klar wurde, dass es damit nicht getan ist und weitere Schritte folgen müssen.

Der Zeitrahmen bis 2050 scheint wohl zu weit gefasst für digitale Entwicklungen, die im Takt von wenigen Jahren oder sogar Tagen fortschreiten. Kann eine allfällige Öffnung des Strommarktes die Digitalisierung des Energieversorgungssektors vorantreiben? Auch hier gingen die Meinungen auseinander. Die Öffnung dürfte sicherlich die Elektrizitätsunternehmen und neuen Marktteilnehmenden zu mehr digitaler Innovation motivieren, die dazu beitragen könnten, Prozesse zu beschleunigen, zu automatisieren, effizienter zu gestalten, Kundennähe zu generieren und ihn nicht mehr nur als Messpunkt wahrzunehmen. Eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung kommt der Verfügbarkeit von Daten zu. Wie man die Datenverfügbarkeit nachhaltig organisiert und die Effizienz der Prozesse erhöhen könnte, konnte die Podiumsdiskussion nicht beantworten. Die Rolle eines Datahubs für Strommarktdaten wurde kaum vertieft diskutiert, dafür wurde das enorme Potenzial der Smart Meter hervorgehoben.

Fazit: Der Weg in die digitale Energie-Welt ist noch lang. Es gilt, das Thema weiter intensiv und breit zu diskutieren und auszuformen.

Matthias Galus und Martin Hertach, BFE-Spurgruppe Digitalisierung