Potenzial für Biogas-Aufbereitungsanlagen


Ueli Oester, Geschäftsführer Apex AG, erklärt, warum sich seine Firma erfolgreich auf Biogas-Aufbereitungsanlagen und Tankstellen spezialisiert hat.

Warum setzen Sie auch bei kleinen Anlagen auf Membrantechnologie?
Gerade für kleine Biogasmengen eignet sich die Membrantechnologie vorzüglich. Das Verfahren ist einfach, braucht keine Chemikalien und kann standardisiert als „Plug-and-Play“-Anlage gebaut werden. Ausserdem liegen die Synergieeffekte mit unserem angestammten Geschäft mit Erdgastankstellen auf der Hand.

Wie gross schätzen Sie das Potenzial für derartige Biogas-Aufbereitungsanlagen ein?
Die Schweiz verfügt über mehrere hundert kleine Abwasserkläranlagen und über hundert landwirtschaftliche Biogasanlagen, die relativ kleine Mengen an Biogas produzieren. Viele stehen in der Nähe von Erdgasleitungen, für die sich die Biogasaufbereitung und Einspeisung ins Erdgasnetz in Zukunft lohnt. Besonders innovativ ist die Kombination mit einer integrierten Biogas-Tankstelle für Regionen ohne Erdgasnetz. So kann das bereits gut entwickelte schweizerische Erdgastankstellennetz flächendeckend ausgebaut werden.

Was sind aktuell die grössten Herausforderungen auf dem Markt?
Die heutigen Preise für fossile Energien sind zu tief, um kleine Biogasmengen wirtschaftlich aufzubereiten, was sich längerfristig ändern kann. Die Auflagen der Behörden sind aufwändig und teilweise kantonal unterschiedlich. Die Serienfertigung und ein vereinfachtes Bewilligungsverfahren könnten kleinen Anlagen zum Durchbruch verhelfen.

Warum setzen Sie auf modulare Biogas-Tankstellen?
Das modulare Design ermöglicht einen Serieneffekt und somit geringere Herstellkosten. Mit den Modulen kann eine Vielzahl von Varianten realisiert werden, spätere Anpassungen und Erweiterungen sind möglich.

Wie erklären Sie sich den Erfolg Ihrer Firma?
Als Serviceunternehmen versuchen wir die Wartungsarbeiten und Störungsbehebungen an den Anlagen immer möglichst schnell und kostengünstig zu erledigen. Wir bieten unseren Kunden viele Peripherie-Dienstleistungen unter dem Motto „One-Stop-Shop“ an, was grossen Anklang findet. Proaktiv entwickeln wir neue Produkte und Dienstleistungen und weiten so unser Geschäftsfeld aus.

Wie konnten Sie in den letzten Jahren von der Unterstützung des BFE profitieren?
Die Unterstützungen des BFE helfen stark, die Entwicklungsziele zu erreichen und Termine einzuhalten. Ohne die finanziellen Beiträge wären die Entwicklungsschritte für uns als kleines KMU wesentlich geringer ausgefallen. Wir schätzen die konstruktiven Feedbacks anlässlich der Reviews und die Ausstrahlung durch Publikationen des BFE wie zum Beispiel durch Energeia.

Welche Ziele haben Sie sich für 2018 gesetzt?
Ein grösserer Entwicklungsschritt für die kleinen Biogas-Aufbereitungsanlagen (BlueFEED und BlueBONSAI) ist in Arbeit. Wir erwarten wichtige Kundenaufträge mit Inbetriebnahmen im 2018. Wir haben uns der kontinuierlichen Weiterentwicklung verschrieben und haben auch Ziele und Projekte im Bereich „Power-to-Gas“ und Wasserstoff als Energiespeicher und als Treibstoff. (bra)