Die globale Herausforderung im Energiesektor


Das historische Übereinkommen von Paris hat das Ziel, die globale Reaktion auf die Herausforderung des menschengemachten Klimawandels zu stärken und die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C gegenüber den vorindustriellen Temperaturen zu halten. Im November 2016 hatten bereits insgesamt 111 Staaten das Abkommen ratifiziert. Wie wird der Energiesektor auf diese grosse Aufgabe reagieren? Welche Rolle spielen global aktive Unternehmen, die Verwaltung, die Forschung?

Sowohl Entwicklungsländer wie auch Industriestaaten haben sich daher verpflichtet, sich ambitiöse Ziele für die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen zu geben, während die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) die Regeln der Implementierung festlegt und Finanzierungsmechanismen für Entwicklungsländer entwickelt. Die internationale wissenschaftliche, technologische und finanzielle Zusammenarbeit wird dabei als ein zentrales Element zur Umsetzung betrachtet.

Derzeit wird rund 80 Prozent der globalen Nachfrage nach Primärenergie durch günstige, fossile Energieträger abgedeckt, die sich durch eine hohe Energiedichte auszeichnen. Sie spielen so eine zentrale Rolle im heutigen Energieversorgungssystem, insbesondere im Stromsektor, aber auch im Transportsektor, in der Industrie und im Gebäudebereich.

Die globale Nachfrage nach Primärenergie wird weiterhin stark ansteigen (gemäss Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) um 43 Prozent von 2011 bis 2035). Die daraus resultierenden CO2-Emissionen lassen sich auf vier Faktoren zurückführen: Die Bevölkerung, das Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Einwohner, der Energiebedarf pro Einheit des BIP und die spezifischen CO2-Emissionen je Energieeinheit.

Die Aufsplittung der CO2-Emissionen in diese vier Faktoren verdeutlicht wie ungemein herausfordernd deren Senkung ist, da weltweit die Bevölkerung weiter wachsen wird und durch die Entwicklung grosser Volkswirtschaften wie z.B. China oder Indien das BIP zudem ansteigen wird. D.h. wir können eigentlich nur bei der Energieeffizienz oder bei den CO2-Intensität der Energie ansetzen.

Wie gehen global aktive Unternehmen mit dieser Herausforderung um? Welche technischen Lösungen gibt es? Welche Rolle spielt der regulatorische Rahmen? Woher kommt das Geld für die benötigten Investitionen?

An einem Symposium an der ETH Zürich, das am 3. April 2017 stattfindet, erörtern wir, inwiefern die Industrie, die Politik, die Administration und die Forschung auf diese immensen Herausforderungen reagieren können. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Energy Science Centers der ETH Zürich.

Dr. Christian Schaffner, Executive Director, Energy Science Center, ETH Zürich
Dr. Daniel Sutter, Institut für Verfahrenstechnik, D-MAVT, ETH Zürich