Energieeffizienz mit höchstem Selbstversorgungsgrad


Vor rund zwei Jahren, im Dezember 2014, hat die Schweizer Reisekasse Reka zusammen mit der Gemeinde Naters das Feriendorf Blatten-Belalp eröffnet. Mit seinem ganzheitlichen Energiekonzept verdeutlicht die Ferienanlage, wie die Energiestrategie 2050 des Bundes konkret umgesetzt werden kann. Das Bundesamt für Energie unterstützte das Vorhaben als Leuchtturmprojekt.  Hybride Sonnenkollektoren, ein Erdwärmespeicher, Wärmepumpen und Abwasserwärmerückgewinnung versorgen das Feriendorf mit erneuerbarer Energie. Die im Sommer gewonnene Solarenergie wird als Wärme im Untergrund gespeichert und kann im Winter mit Wärmepumpen wieder genutzt werden. Diese Technologie wurde im alpinen Raum bei einer Anlage dieser Grösse und Komplexität vorab noch nie zum Einsatz gebracht. Das Feriendorf wird dadurch energetisch annähernd zum Selbstversorger. Die Wärmeenergie wird zu 100 Prozent und der Stromverbrauch zu 70 Prozent durch eigene Produktion gedeckt.

Das Feriendorf Blatten-Belalp ist Bestandteil der auf drei Kernziele ausgerichteten Energie-und Nachhaltigkeitsstrategie der Reka: Diese will durch energieeffizientes Bauen und Betreiben von Ferienanlagen den Energieverbrauch pro Übernachtung senken. Regenerierbare Energieträger sollen die fossilen Brennstoffe ersetzen. Zudem soll nur noch Strom aus sauberen und erneuerbaren Quellen eingesetzt werden. Ende 2016 ist Reka hinsichtlich dieser Zielsetzungen auf gutem Weg. So sinkt der Energieverbrauch dank energieeffizienten Erneuerungen und Neubauten kontinuierlich. Seit 2013 wird nur noch zertifizierter Schweizer Wasserstrom verwendet. Und Ende 2016 decken bereits sieben von zwölf Feriendörfern ihren Wärmebedarf aus Erd- und Holzenergie oder Sonnenwärme.

Innerhalb der Energie- und Nachhaltigkeitsstrategie der Reka ist das Feriendorf Blatten-Belalp nicht nur ein wegweisender Baustein, sondern auch ein Experiment. Eine zentrale Zielsetzung des ehrgeizigen Projektes war es, Energieeffizienz mit höchstem Selbstversorgungsgrad zu erreichen, der gleichzeitig zu keinerlei Komfortverzicht für Gäste führen durfte. Mit diesem Ansatz waren in einer Anlage dieser Grössenordnung im alpinen Raum durchaus auch Risiken verbunden. Insbesondere müssen Belastungsspitzen, die durch das Gästeverhalten zu nicht immer vorab kalkulierbaren Zeiten entstehen, jederzeit abgedeckt werden können. Das Experiment ist geglückt. Zwei Jahre nach seiner Eröffnung kann Reka als Betreiberin der Ferienanlage ein sehr positives Fazit ziehen.

Roger Seifritz, Direktor Schweizer Reisekasse Reka