150 Franken pro CO2-Tonne ist sehr beeindruckend


Im Rahmen des Energiedialoges Schweiz – Baden-Württemberg traf sich diese Woche Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg mit Walter Steinmann, Direktor des schweizerischen Bundesamts für Energie (BFE) in Schafisheim, Kanton Aargau, im neuen Coop Logistikzentrum. Der Logistikstandort von Coop bot einen ausgezeichneten Rahmen, um dem Besuch aus Baden-Württemberg innovative Schweizer Lösungen im Bereich des nachhaltigen Einsatzes von Energie entlang der gesamten Wertschöpfungskette vorzustellen. So wurde beispielsweise die Biomasse-Feuerung in der Coop-Grossbäckerei besichtigt, die 70% der 20 Gigawattstunden liefern soll, welche für die Grossbäckerei an Wärme und Dampf pro Jahr benötigt werden. Während der Führung durch das Gelände wurde von Coop u.a. auch der Elektrolastwagen E-Force für eine kleine Testfahrt zur Verfügung gestellt. Es handelt sich hierbei um den ersten E-LKW in der Coop-Lastwagenflotte, der sich mit bislang über 70‘000 zurückgelegten Kilometern bewährt hat. Coop schafft deshalb in 2016 sechs weitere E-LKWs an, wobei vier bereits im Einsatz sind. Mit der „Entkarbonisierung“ des Warentransports soll massgeblich zur Umsetzung der der Coop-Vision „CO2-neutral bis 2023“ beigetragen werden. Die Biomasse-Feuerung wie auch der E-Lastwagen wurden vom BFE Pilot- und Demonstrationsprogramm unterstützt. Bei der Präsentation der Coop-Vision wurde auch der von Coop intern angesetzte Preis von 150 Franken pro CO2-Tonne erwähnt. Minister Untersteller gab sich sehr beeindruckt über diesen Preis, der viel höher liegt als der EU-Emissionshandelspreis.

Im anschliessenden Energiedialog tauschten sich Walter Steinmann und Franz Untersteller über die aktuellen energiepolitischen Entwicklungen auf Landes- und Bundesebene aus. Der Dialog findet seit 2011 jährlich statt. Ziel des Austauschs ist es, die jeweils wichtigsten energiepolitischen Themen gemeinsamen Interesses zu besprechen. Das letzte Gespräch wurde in Form eines Workshops mit externen Stakeholdern am 27. Juli 2015 in Freiburg im Breisgau durchgeführt.

Man war sich einig, dass im Strommarktdesign Fortschritte nötig seien. Minister Untersteller unterstrich dabei, dass es der Energy-only-Markt selbst nicht richten werde und ein Kapazitätsmechanismus zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit geschaffen werde müsse. Des Weiteren ging man auf den Projektfortschritt beim grenzüberschreitenden Netzausbau im Strom- und Gasbereich ein. Beide unterstrichen dabei den gesamteuropäischen Nutzen dieser Projekte.

Simon Büschi, Diplomatischer Berater Bundesamt für Energie

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