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Gustav Lorenz machte es beim Projekt «Leuchtturm – Energie­effiziente Hotels Graubünden» vor: Wer mit Herzblut informiert und motiviert, kann in Sachen Nachhaltigkeit viele Mitstreiter gewinnen.

Gustav Lorenz, Sie haben in den letzten Jahren rund 100 Bündner Hoteliers dazu gebracht, Energie zu sparen. Wie schafft man das?Ich habe gegen hundert persönliche Gespräche geführt. Teils musste ich ja nicht nur den Hoteldirektor, sondern auch den technischen Leiter oder auch den Besitzer involvieren.

Was für Argumente führten Sie bei den Gesprächen ins Feld?
Es gibt keinen Grund, mehr Energie zu verbrauchen, als nötig ist. Bei der Haustechnik lassen sich erfahrungsgemäss allein mit «Schrüble» sehr oft grosse Einsparungen erzielen, ohne dass man überhaupt Geld in die Finger nehmen muss. Vor allem aber machte ich die Unternehmen darauf aufmerksam, dass sie die bezahlte CO?-Abgabe auf fossile Brennstoffe rückfordern können, wenn sie an einem Programm der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) teilnehmen undbestimmte Sparziele erfüllen.

Welche Summen sind da im Spiel?
Bei einem grossen Hotelbetrieb mit entsprechendem Energieverbrauch kann sich ein Rückerstattungsanspruch von
20?000 bis 40?000 Franken oder mehr pro Jahr ergeben. Dazu kommen die Einsparungen durch die Reduktion des Energieverbrauchs. Dieser klare wirtschaftliche Nutzen überzeugte am meisten. Das Ganze ist aber keine Schnellfeueraktion, die gleich wieder verpufft. Die Hotels sind automatisch in ein Monitoringsystem eingebunden, sie müssen jährlich ihren Energie­verbrauch rapportieren und bis 2020 ihre Ziele erreichen. Damit ist auch die Nachhaltigkeit gewährleistet.

Woher nahmen Sie überhaupt die Energie, sich durch diese schier unzähligen Gespräche durchzubeissen? Eigentlich sind Sie ja im Ruhestand.
Eher im Unruhestand (lacht). Durchbeissen musste ich mich aber nicht. Bei den Hoteliers ist der Rappen rasch gefallen. Als ich sah, wie gut sie reagieren und es schätzen, dass man sie auf diese Sparchance aufmerksam macht, begann es mir richtig Spass zu machen.

Christina Gubler, Extrablatt 

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