Felslabor

Auswirkungen eines Tiefenlagers vertieft untersuchen


Die Standortsuche für geologische Tiefenlager folgt dem Primat der Sicherheit. Daran gibt es nichts zu rütteln. Trotzdem interessiert sich die Bevölkerung natürlich auch für andere Aspekte. Es ist wichtig zu wissen, welche Auswirkungen ein Tiefenlager auf die Gesellschaft oder die Wirtschaft einer Region haben könnte.

Nun stellt sich aber die Frage, was in der kommenden Etappe 3 ab etwa 2017 überhaupt noch vertieft untersucht werden muss bzw. kann. Im Auswahlverfahren wurden bereits viele Aspekte erforscht, und es sind auch aktuell einige Studien am Laufen. Zu erwähnen ist zum Beispiel die sozioökonomisch-ökologische Wirkungsstudie (SÖW), die angelaufene Gesellschaftsstudie der Kantone, die Studie zu Immobilienpreisen oder die kürzlich veröffentlichten Zusatzfragen aus den Regionen.

Mit der «Auslegeordnung zu den vertieften volkwirtschaftlichen Untersuchungen» liegt nun ein guter Überblick zu den bisherigen Untersuchungen und zu möglichen zusätzlichen Fragestellungen vor. Auch formuliert die Auslegeordnung Empfehlungen zum weiteren Vorgehen. Beispielsweise empfinden die Autoren eine gesamtheitliche Methodik für Etappe 3 – wie bei der grossangelegten SÖW – wegen der Unterschiede in den spezifischen Fragestellungen der Regionen nicht als nötig. Zu vertiefen ist ihrer Ansicht nach unter anderem das Thema Verkehr oder die Auswirkung von möglichen Abgeltungen auf die öffentlichen Finanzen.

Eine abschliessende Antwort auf die Frage, was in Etappe 3 vertieft untersucht werden soll, gibt die Auslegeordnung jedoch nicht. Denn diese Frage will das BFE in den kommenden Monaten – basierend auf der Auslegeordnung – gemeinsam mit den Standortregionen und -kantonen klären.

Michael Aebersold, Leiter Entsorgung radioaktive Abfälle, BFE