Was man an der Uni von den Politologen nicht lernt…


Seit ich mein Praktikum hier beim BFE angefangen habe, höre ich ab und zu den Satz ‚Du bist ja Politologe, du weisst sicher wie das läuft mit Verfahren XY!’.

Dass man bei den Politologen über die institutionelle Struktur, die politischen Inhalte und die Prozesse spricht – Polity, Policy und Politics, wie jedem Erstsemestrigen eingeprügelt wird – ist klar. Zu den vermittelten Inhalten gehören unter anderem die Wahlforschung, die Politikfeldanalyse oder die internationale Beziehungen.

Durchläuft man aber ein Polito-Studium, das nicht konkret auf Verwaltungswissenschaften ausgerichtet ist, hört man meist bei Max Weber und der Bürokratie als ‚rationale’ Form der ‚legalen Herrschaft’ auf (das tönt nicht nur abstrakt, sondern ist es auch). Verwaltungsinterne Prozesse, wie ich sie hier nun erlebe, sind seltenere Themen.

Zu den (mir ja sowieso bekannten) Verfahren, die ich hier neu kennen gelernt habe, gehört somit auch die ‚Ämterkonsultation’ (Art. 4 RVOV): Erstellt ein Amt einen neuen Erlass bzw. ändert einen bestehenden ab, fragt es anschliessend alle anderen Ämter, die irgendwie davon betroffen sind, was sie dazu meinen. Bei allfälligen Differenzen werden diese dann bereinigt, bevor das Geschäft in den Bundesrat und ggf. ins Parlament kommt. Der breiten Bevölkerung ist dieses Verfahren jedoch wenig bekannt, da dieses nicht aktiv kommuniziert wird. Na dann, wieder etwas gelernt!

Auf bald
Lorenz Kammermann, Sektion Cleantech