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Wer an internationalen Konferenzen zur Markierung von geologischen Tiefenlagern teilnimmt, wähnt sich manchmal in einem Science-Fiction-Film. Um künftige Generationen bzw. Zeitalter vor den radioaktiven Abfällen zu warnen und ihnen Informationen dazu zu vermitteln, lassen sich Forschende weltweit die ungewöhnlichsten Konzepte einfallen. Davon konnte ich mich letzte Woche am Treffen der Expertengruppe der internationalen Kernenergie-Agentur Nuclear Energy Agency überzeugen.

Unter anderem vorgestellt wurden Granit-Platten und Monolithen zur Kennzeichnung von Uran-Minen, eine «Zivilisations-Krypta» und Monumente mit Zeitkapseln für die Kommunikation mit der Zukunft oder eine «Route der Industriekultur», die als europäisches Beispiel für den Erhalt von Erinnerungen gilt.

Die Schweiz hat noch kein konkretes Konzept zur Markierung eines geologischen Tiefenlagers vorzulegen – dies ist auch noch nicht gefordert. Nach der Richtlinie ENSI-G03 muss der Eigentümer ein Konzept für die Markierung im Rahmen des Baubewilligungsgesuchs vorlegen – das heisst nicht vor 2040. Dieses muss es in den anschliessenden Bewilligungsschritten konkretisieren. Nichtsdestotrotz beteiligt sich das BFE bereits heute aktiv an einer international koordinierten Beantwortung der Fragen rund um das Wissensmanagement und der Markierung geologischer Tiefenlager.

Simone Brander, Leiterin Dienst Entsorgung

 

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