Schweizer Pilotproduktionslinie für innovative Hochleistungssolarzellen


Nach einer für die globale Photovoltaikindustrie schmerzhaften Periode geprägt von Überkapazitäten, enormem Preisdruck und einer starken Marktbereinigung erholt sich der weltweite Photovoltaikmarkt aktuell schneller als von vielen Experten erwartet. Eine zunehmende Auslastung asiatischer Modulproduzenten bedeuten insbesondere gute Neuigkeiten für die europäische Zulieferindustrie. Gefragt sind hier innovative Entwicklungen zur kostengünstigen Fertigung hoch effizienter Solarzellen und -module für eine weitere Senkung der Gestehungskosten von Solarstrom.

Seit 2013 wird im Projekt Swiss-Inno HJT der Industriegruppe Meyer Burger zusammen mit dem CSEM PV-Center in Neuchâtel eine Pilotproduktionslinie für Hochleistungssolarzellen basierend auf der Heterojunction Technologie aufgebaut. Gestern wurde die Pilotanlage im Beisein von Bundesrätin Doris Leuthard eröffnet. Das Bundesamt für Energie und der Kanton Neuchâtel fördern das Projekt. Die eingesetzte Zellentechnologie wurde während mehrerer Jahre in einer engen Kooperation zwischen dem PV-Lab der EPFL in Neuchâtel und Roth & Rau Research entwickelt. Es handelt sich dabei um monokristalline Siliziumwafer, welche mit wenigen Nanometern amorphem Silizium beschichtet werden. Damit lassen sich Modulwirkungsgrade von 21 Prozent erreichen, welche deutlich höher liegen als bei durchschnittlichen kristallinen Siliziummodulen (16 %). Zusätzlich zeichnet sich diese Technologie durch einen besonders hohen Energieertrag (kWh/kW) aus.

Der Aufbau dieser Pilotlinie ‒ mit einer anvisierten Produktionskapazität von 600 kWp/Jahr ‒  soll das Potenzial für niedrige Herstellungskosten (geringer als 0.65 CHF/Wp) demonstrieren. Das Projekt kann dazu beitragen, eine erfolgreiche Markteinführung dieser Technologie vorzubereiten, und damit insgesamt den Technologiestandort in der Photovoltaik hier in der Schweiz zu fördern.

Stefan Oberholzer, Sektion Energiefoschung BFE

Bild: Swiss Inno HJT mit Bundesrätin Doris Leuthard (Quelle: CSEM/Meyer Burger/Daniel Hager Photography)