Hongkong „real“ und chinesische Green-Visionen


Der erste Tag in Hongkong brachte unsere Cleantech-Delegation in Kontakt mit Vertretern der Verwaltung Hongkongs unter Leitung von Anissa Wong. Die uns präsentierte Umwelt- und Energiepolitik Hongkongs führte zu einigen kritischen Fragen unserer Experten: Macht die Förderung von Elektroautos Sinn, wenn der verwendete Strom bei uns in der Schweiz als Dreckstrom bezeichnet würde? Warum wird so viel Energie für das Kühlen und die Klimaanlagen verschwendet? Müssten da nicht Energiestandards für Gebäude eingeführt werden? Die mitreisenden Schweizer Firmen und auch die Vertreter der Wissenschaft sahen jedenfalls „lots of opportunities“, um hier mit Energieeffizienz Business zu machen.

Anschliessend waren wir zu einem von „Cleantech Switzerland“ organisierten Anlass „Matchmaking und Networking“ eingeladen. Ich stellte dort die Energiestrategie 2050 und deren Chancen für Cleantech-Unternehmen vor. Die chinesische Provinz Guangdong präsentierte sich anschliessend in einem Referat: Sie will bei einem zu realisierenden Industriepark mit Schweizer Cleantech-Firmen zusammenarbeiten, das könnte „opportunities“ für beide Seiten ergeben.  Wir Schweizer sind von den Dimensionen dieses chinesischen Projekts echt beeindruckt – bei uns würde es als Phantasterei und Gigantismus abgestraft. In China hat nun aber das Thema Umwelt den zweiten Rang auf der Prioritätenliste der Regierung erhalten, und es werden Dinge angegangen, die nur in China möglich sind. Wer hätte vor zehn Jahren ernsthaft geglaubt, dass China je zum global führenden Produzenten von Solarpanels werden würde?

Walter Steinmann, BFE-Direktor