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Das Projekt „Hype or Promise? The Contribution of Collaborative Consumption to Saving Energy“, durchgeführt im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms „Steuerung des Energieverbrauchs“ (NFP 71), hat auf ein beträchtliches Energiesparpotenzial des Carpoolings im Pendlerverkehr hingewiesen. Im vorliegenden Nachfolgeprojekt wurde ein Carpooling-Projekt in einem Unternehmen realisiert und begleitend beforscht.Mit der Swiss Re wurde ein motiviertes Unternehmen gefunden, das genügend Mitarbeitende beschäftigt und sich durch den Umzug in den neuen Firmensitz Swiss Re Next (http://www.swissre.com/about_us/swissre_group/next_building/) aufgrund der stark limitierten Parkplatzzahl mit einem Handlungsdruck konfrontiert sah. Zusammen mit der Swiss Re wurde ein Carpooling-Angebot umgesetzt und ausgewertet. Es umfasste eine individuell gestaltete App sowie verschiedene Kommunikations-, Informations- und Marketingmassnahmen.

Die ersten Auswertungen nach etwa einem halben Jahr zeigten, dass die App zwar von sieben Prozent der Belegschaft heruntergeladen wurde, letztlich jedoch bisher nur 0,3 Prozent effektiv eine Pooling-Fahrt organisiert haben. Damit konnte die notwendige kritische Masse für ein attraktives Angebot (noch) nicht erreicht werden. Die Gründe für die geringe Nutzung von Carpooling sind vor allem in den flexiblen Arbeitszeiten bei der Swiss Re und der guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr zu suchen. Darüber hinaus bestehen aber auch psychologische Barrieren: Viele Mitarbeitende erkennen im Carpooling keinen persönlichen Nutzen, erachten ihre Rahmenbedingungen als nicht geeignet oder verspüren weder einen normativen noch ökologischen Druck.

Das Energiesparpotenzial konnte jedoch bestätigt und berechnet werden, dass durch Carpooling pro Person beim Pendeln jährlich rund 13,6 GJ gespart werden können. Dies entspricht 436 Liter Benzin oder mehr als zwei Drittel des jährlichen Stromverbrauchs eines typischen Einfamilienhaushalts.

Aus den gewonnenen Erkenntnissen wurden unter anderem die folgenden Empfehlungen abgeleitet, um Carpooling erfolgreicher zu machen:

  • Die Erhöhung der Masse von Poolenden – beispielsweise durch Kooperationen von benachbarten Firmen.
  • Die relative Steigerung der Vorteile von Carpooling – beispielsweise durch Privilegien beim Parkieren am Arbeitsort.
  • Feste Preise für Carpooling-Fahrten festlegen und über ein automatisches Bezahlsystem (via App) abwickeln.
  • Die unternehmensinternen Kommunikationsplattformen optimieren und persönliche Kommunikationskanäle nutzen.

Prof. Dr. Ueli Haefeli, Partner, Interface Politikstudien Forschung Beratung

Bildquelle: Broschüre Swiss Re.

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