Ein Solarhaus reist nach Amerika


Wie verstaut man ein 166 Quadratmeter grosses Haus in zwölf Containern, wenn es dabei möglichst wenig auseinandergenommen werden soll? Wie kann die Ausbreitung von Rost begrenzt werden? Wie lässt sich verhindern, dass sich das Holz durch die Feuchtigkeit ausdehnt? Das Schweizer Team musste eine Lösung für all diese Fragen finden, damit sein Solarhaus NeighborHub möglichst gute Chancen hat, wohlbehalten in Denver in den Vereinigten Staaten anzukommen, Austragungsort des diesjährigen Solar-Decathlon-Wettbewerbs. 

Insgesamt werden sie 10’000 km auf der Strasse, dem Meer und mit der Bahn zurücklegen. „Es war eine interessante Herausforderung den Spediteur auszuwählen, der die zwölf Container durch die Welt befördert. Ähnlich anspruchsvoll waren auch der Abbau, das Verpacken und der Schutz der verschiedenen Bestandteile innerhalb von kurzer Zeit und mit einem Team, das aufgrund der Prüfungen geschrumpft war. Zum Glück waren alle äusserst kompetent und engagiert“, sagt Student Vincent Devillers, der den Transportweg plante.

Jeder in den Containern verpackte Gegenstand musste fotografiert, gewogen und mit seinem Herstellungsort gekennzeichnet werden, um auf amerikanischem Boden akzeptiert zu werden. Sämtliche Objekte mussten registriert werden – von den kleinsten Gegenständen wie 300 Schraubbolzen oder 1’000 Holzschrauben bis zu den grössten 29 Solarkollektoren. Darunter Teller, Gartenhandschuhe und das Aushängeschild der Crew, eine grosse Kuhglocke aus Metall nach echter Schweizer Tradition, auf der „Swiss Living Challenge“ eingraviert wurde.

Der NeighborHub besteht aus total 156 Hauptbestandteilen, das heisst etwa 1’500 Quadratmeter aus 27mm dicken Holzplatten. Das Furnierschichtholz oder Sperrholz besteht aus feinen verklebten Holzfurnieren. Dadurch zeigen die Holzfasern nicht alle in dieselbe Richtung, und der Klebstoff sorgt für Halt. Deshalb verformt sich das Material viel weniger als Massivholz.

Jetzt bleibt uns nur noch zu hoffen, dass der NeighborHub seine Reise gut übersteht! Am 23. September kann der erste Container geöffnet und mit der neuntägigen Montage  begonnen werden.

Alexandra Walther, Kommunikationsverantwortliche, Smart Living Lab