PostAuto war erfolgreich mit Wasserstoff unterwegs


«Wieso macht Ihr nicht weiter?» Diese Frage hörten die Verantwortlichen von PostAuto wiederholt, als sie im Herbst 2016 ankündigten, dass sie das Brennstoffzellenprojekt beenden werden. In der Region Brugg fuhren zwischen Dezember 2011 und Januar 2017 fünf Brennstoffzellenpostautos im Linienverkehr. Sie haben zusammen 1,3 Millionen Kilometer zurückgelegt und dabei den Ausstoss von etwa 1600 Tonnen CO vermieden, damit hat PostAuto das CO2-Ziel zu 80 Prozent erreicht. Die Fahrzeuge tankten im Verlauf des Projekts 120 Tonnen Wasserstoff, davon wurden etwa 90 Prozent mittels Elektrolyse in der Tankstelle vor Ort produziert. Die Fahrzeuge zeigten eine hohe Verfügbarkeit, deren ruhige und saubere Fahrweise war bei Fahrgästen, Fahrpersonal und Anwohnern beliebt.

Wieso also das Projekt beenden? Der erste einfache Grund ist das Projektumfeld: PostAuto testete die Brennstoffzellenpostautos im Rahmen des europäischen Projekts CHIC und rechnete von Anfang an mit einer Dauer von fünf Jahren. Diese Frist ist nun abgelaufen, PostAuto beendet das Projekt also wie geplant. Ein zentraler Aspekt für den Entscheid ist die (noch) fehlende Wirtschaftlichkeit. Die vor Jahren in Aussicht gestellte Serienproduktion von Brennstoffzellenbussen ist noch nicht Realität. Dadurch sind die Kosten der Fahrzeuge und des Betriebs noch immer markant höher als bei konventionellen Bussen, und das Ganze ist sehr wartungsintensiv.

War also das ganze Projekt umsonst? Keineswegs: PostAuto zieht ein mehrheitlich positives Fazit. Das Transportunternehmen konnte zeigen, dass emissionsfreier öffentlicher Verkehr auf der Strasse möglich ist. Das Projekt hat zu einem vielfältigen Austausch mit Wissenschaft, Projektpartnern – darunter mit dem BFE und dem Kanton Aargau als Geldgeber – und anderen Transportunternehmen geführt. PostAuto testet weiterhin alternative Antriebe wie Hybrid- oder Elektrobusse. Denn das Ziel ist klar: Langfristig will das Unternehmen von fossilen Treibstoffen unabhängig werden. So kann es gut sein, dass in ein paar Jahren wieder Brennstoffzellenpostautos fahren werden.

Urs Bloch, Mediensprecher von PostAuto und Kommunikationsverantwortlicher des Bereichs «alternative Antriebe»

Ein Kommentar zu “PostAuto war erfolgreich mit Wasserstoff unterwegs”

  1. Gut zu wissen: Die Schweizerische Post inkl. PostAuto ist eine Akteurin des Projekts Energie-Vorbild Bund. Mit Massnahmen wie dem Ersatz aller Benzinroller in der Briefzustellung durch Elektroroller, Photovoltaikanlagen auf Postgebäuden und verbesserter Gebäudetechnik will das Unternehmen ihre Energieeffizienz bis 2020 um 25 % erhöhen. Auch damit unterstütz sie die Energiestrategie 2050. Mehr dazu erfahren Sie unter http://www.energie-vorbild.admin.ch.

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