Wie sollen nachfolgende Generationen über geologische Tiefenlager informiert werden? Was geschieht mit den künftig anfallenden schwach- und mittelradioaktiven Abfällen (SMA) aus Medizin, Industrie und Forschung nach Verschluss des geplanten SMA-Lagers? Lassen sich die Erkenntnisse aus der regionalen Partizipation des Standortauswahlverfahrens auch auf andere Grossprojekte des Bundes übertragen? Diese und andere Fragen werden im Forschungsprogramm Radioaktive Abfälle des Bundesamt für Energie (BFE) untersucht.
Nun liegen die Projektskizzen für die Jahre 2017 bis 2020 vor. Das Forschungsprogramm Radioaktive Abfälle beinhaltet unabhängige Forschungsprojekte und Studien zu interdisziplinären bzw. ämterübergreifenden Entsorgungsfragen auf Bundesebene, die nicht in anderen Forschungsgefässen behandelt werden. Es umfasst sowohl technisch-naturwissenschaftliche als auch geistes- und sozialwissenschaftliche Fragestellungen, die in den Jahren 2017 bis 2020 in voraussichtlich fünf Forschungsprojekten bearbeitet werden. Deren Zielsetzungen, Vorgehen und Kosten sind im neuen Forschungsprogramm skizziert. Die Finanzierung der Projekte erfolgt durch die Ämter, welche sich an der interdisziplinären Forschung beteiligen.
Das Forschungsprogramm Radioaktive Abfälle wird seit 2008 im Auftrag der Arbeitsgruppe des Bundes für die nukleare Entsorgung (Agneb) vom BFE geleitet und periodisch angepasst. Es stellt die unabhängige, staatliche Entsorgungsforschung sicher. Die Projekte sollen wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig anwendungsorientiert bearbeitet werden.
Simone Brander, Leiterin Grundlagen Entsorgung, BFE


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