Daniela Bomatter, Geschäftsführerin EnergieSchweiz

Sanierung- und Speed-Dating-Erfahrungen

Ich wohne in einem Einfamilienhausquartier der fünfziger Jahre. Der Blick aus meinem Küchenfenster lässt mich eine kleine, nicht repräsentative Erhebung des Sanierungsstandes in der Schweiz machen. Da steht im Vordergrund ein voll saniertes Haus, orange, ein Blickfang auch wegen der Solaranlage, die nicht auf dem Dach sondern im Garten steht. Zwei Häuser weiter das genaue Gegenteil, das Haus ist noch fast im Originalzustand, das energetische Potential riesig. Und daneben ein völlig neues Minergie-Haus. Die Mehrheit der Häuser im Quartier ist wohl teilsaniert, meistens bei einem Generationenwechsel. Diese Entscheide, was man mit dem eigenen Haus macht, wie viel Geld man investiert und wofür, sind sehr abhängig von der Lebenssituation, den finanziellen Mitteln und den eigenen Interessen für Energiefragen. Letzteres ist vielleicht das Wichtigste, wobei man sein eigenes Interesse auch wecken kann, indem man z.B. eine Sanierung gemeinsam mit Nachbarn plant, gute Modernisierungsausstellungen besucht oder sich von einem kompetenten Berater das Wichtigste erklären lässt.

Was ich bei meinen Sanierungserfahrungen immer wieder merkte ist, wie wichtig es ist, Planer und Handwerker zu finden, die auf mich eingehen, mir zuhören und mich offen und kompetent beraten. Es lohnt sich da auch am Anfang die richtigen zu suchen im Sinne eines kleinen Speed-Datings, bei dem man herausfindet, ob die Chemie stimmt. Und noch viel wichtiger: lassen Sie einen GEAK (Gebäudeenergieausweis) erstellen, so finden Sie heraus, wie Sie mit dem zur Verfügung stehenden Geld den optimalen energetischen und finanziellen Nutzen herausholen können. Auf http://www.energieschweiz.ch/bauherrentipps finden Sie zudem viele nützliche Informationen, die von EnergieSchweiz zusammengestellt wurden.

Daniela Bomatter, Geschäftsführerin von EnergieSchweiz

Quelle: Hausmagazin

3 thoughts on “Sanierung- und Speed-Dating-Erfahrungen”

  1. Thermisch mussten wir zwar noch nicht sanieren, anderweitig (vor allem die Innenräume) jedoch schon. Da so etwas immer mit hohen Kosten verbunden ist, kann ich dem zweiten Absatz des Artikels voll und ganz zustimmen. Wenn man es vom Profi machen lässt, sollte man nicht den Erstbesten nehmen, sondern schon noch genauer hinschauen und nachfragen und nachhaken. Wir wurden damals bei einem österreichischen Bauunternehmen fündig (http://www.koenig-heinrich.at/) (falls es wen interessiert)

  2. Zum Teil müsste sicherlich nicht nur thermisch saniert und auf erneuerbare Energien umgestellt, sondern sicherlich auch die Nahversorgung, die Alternativen zum MIV, … verbessert werden oder?

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