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Im Rahmen eines NEA-Treffens zu Unsicherheiten und Risiken von Kostenstudien bei Stilllegungsprojekten in Madrid konnte ich das laufende Rückbauprojekt des Kernkraftwerks (KKW) José Cabreras besuchen. Dieses KKW ging 1969 ans Netz und wurde bis 2006 betrieben. Bis 2010 dauerte die Nachbetriebsphase, und seit 2010 wird das KKW unter der Leitung der Enresa, der staatlichen Agentur für radioaktiven Abfall in Spanien, zurückgebaut. Die Erfahrungen aus diesem Stilllegungsprojekt sind für Enresa für die spätere Stilllegung der restlichen spanischen KKWs sehr nützlich. Auf der Anlage arbeiten täglich bis zu 250 Personen. Davon stammen etwa zwei Drittel aus der Umgebung, was für die krisengebeutelte Region eine Chance darstellt.

Nach einer kurzen Einführung zogen wir die obligate Schutzbekleidung an. Auf unserem Rundgang konnten wir zusehen, wie vom Stahlbetonbehälter, der dem Strahlenschutz dient, (biologisches Schild) und den angrenzenden Mauern grosse Blöcke mit Diamantsägen herausgeschnitten und anschliessend mit Kränen für die Weiterverarbeitung auf Fahrzeuge gehievt wurden. Dies war sehr eindrücklich, insbesondere weil die räumlichen Verhältnisse im Reaktorgebäude eng sind, so dass die Arbeiten darin logistisch sehr anspruchsvoll sind. Eine der schwierigsten Arbeiten, der Ausbau und das Zerlegen des Reaktordruckbehälters, wurde letztes Jahr abgeschlossen. Dabei wurde der Behälter mit einem Kran aus seiner Verankerung rausgenommen. Aufgrund der hohen Strahlenbelastung wurde er dann ferngesteuert unter Wasser in Stücke zersägt und verpackt.

Das Stilllegungsprojekt ist heute zu etwa 80 Prozent abgeschlossen und soll Ende 2018 beendet sein. Dabei werden insgesamt 104‘000 Tonnen Abfall anfallen. Davon sind etwa 4100 Tonnen radioaktiver Abfall und der Rest konventioneller Abfall, der teilweise rezykliert wird. Die schwach- und mittelaktiven Abfälle werden im oberflächennahen Endlager in El Cabril bei Cordoba eingelagert. Die hochaktiven Abfälle bleiben bis auf weiteres in einem neben der Anlage errichteten temporären Zwischenlager und werden später in ein zentrales Zwischenlager überführt. Der Standort hierfür muss noch gefunden werden.

José Rodriguez, Fachspezialist Grundlagen Entsorgung BFE

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