Marker

Nachrichten für die Zukunft?


Welche Informationen benötigen Menschen in der Zukunft über geologische Tiefenlager? Diese vielschichtige Frage beschäftigt die Expertengruppe der internationalen Kernenergie-Agentur Nuclear Energy Agency zum Thema Wissensmanagement und Markierung geologischer Tiefenlager an ihrer Sitzung vom 23. bis 25. Februar 2016 in Paris.

Ein Beispiel, um eine Nachricht in die Zukunft zu schicken sind sogenannte «Marker». Gemäss der Definition der NEA-Expertengruppe sind Marker: «A long-lasting object that indicates an area of influence, power or danger. It is placed strategically at or near the site for immediate recognition or for discovery at a later time.»

Das amerikanische Mitglied der Expertengruppe Abraham van Luik, brachte ein Modell eines Markers an die Sitzung mit, der wenige Meter unter der Erde vergraben werden soll. Gedacht ist der Marker für Lager für schwachradioaktiven Abfall in Hanford, im US-Bundesstaat Washington. Die Tonscheiben sollen in verschiedenen Grössen und unterschiedlichen Tiefen oberhalb des Lagers für radioaktive Abfälle vergraben werden. Der Gedanke dahinter ist, dass man auf diese Marker stösst, wenn man einen Bohrplatz einrichtet und dazu die Vegetation und die oberste Bodenschicht abtragen muss. Wenn die Marker entdeckt werden, sollen sie die Nachricht überbringen, dass man an dieser Stelle nicht graben soll, da man auf gefährlichen radioaktiven Abfall stossen würde. Neben den Markern, die vergraben werden sollen, sind weitere Marker an der Oberfläche geplant, um Menschen in der Zukunft zu warnen.

Ob Marker Eingang in das Konzept der Schweiz zur Markierung von geologischen Tiefenlager finden, ist noch nicht entschieden – dies ist auch noch nicht nötig. Nach der Richtlinie ENSI-G03 muss die Eigentümerin oder der Eigentümer eines Tiefenlagers ein Konzept für die Markierung im Rahmen des Baubewilligungsgesuchs vorlegen. Dieses muss in den anschliessenden Bewilligungsschritten konkretisiert werden. Nichtsdestotrotz beteiligt sich das BFE bereits heute aktiv an einer international koordinierten Beantwortung der Fragen rund um das Wissensmanagement und der Markierung geologischer Tiefenlager.

Simone Brander, Leiterin Dienst Grundlagen Entsorgung

Foto: Simone Brander, BFE