Nukleare Entsorgung: Eine nationale Aufgabe mit persönlichen Konsequenzen


Die sichere Entsorgung der radioaktiven Abfälle ist eine Aufgabe, die die ganze Schweiz angeht. Und doch: Am Schluss des laufenden Auswahlverfahrens werden ein oder zwei Standorte für Tiefenlager gewählt, die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes sehr persönlich betreffen werden. Dazu gehören die Grundeigentümerinnen oder Grundeigentümer von Land für eine mögliche Oberflächenanlage eines geologischen Tiefenlagers. Mit der Bezeichnung von mindestens einem Areal pro Standortregion im Mai 2014 sind es pro Areal jeweils 1 bis 11 Parteien, deren Parzelle von einer möglichen Oberflächenanlage betroffen wäre. Zwar stehen keine Wohnhäuser direkt auf den Arealen, teilweise aber in deren unmittelbarer Nähe. Die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer in Jura Ost und Zürich Nordost sind durch den Vorschlag der Nagra besonders im Fokus.

Bis die definitive Standortwahl erfolgt, dauert es noch über zehn Jahre. Dies ist eine lange Zeitspanne. Wir sind uns bewusst, dass diese Situation bei den betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern grosse Unsi­cherheit auslösen kann und versuchen deshalb, dringliche Fragen soweit wie möglich zu beantworten. Regelmässig stehen wir mit den möglicherweise betroffenen Personen in Kontakt. Beispielsweise wurden alle vor der Bekanntgabe des Vorschlags der Nagra in Etappe 2 an einem persönlichen Treffen vorinformiert. Das BFE hat weiter eine Kontaktstelle für die GrundeigentümerInnen eingerichtet und eine  Broschüre für sie erstellt. Diese soll – soweit es zum heutigen Zeitpunkt möglich ist – aufzeigen, welches die konkreten Konsequenzen des Tiefenlager-Verfahrens für die betroffenen Personen sind, welche Mög­lichkeiten sie in Bezug auf Rechtsmittel haben und wie sie sich in das Standortauswahlverfahren einbringen und informieren können.

Pascale Jana Künzi, Fachspezialistin Regionale Partizipation BFE

Ein Gedanke zu „Nukleare Entsorgung: Eine nationale Aufgabe mit persönlichen Konsequenzen“

  1. Intelligente Energiefachleute bevorzugen die Wiederverwertung der Abfälle mit Reaktoren der 4. Gneration!

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