Das Open Innovation Programm von EnergieSchweiz unterstützt Events, bei denen bottom-up innovative digitale Lösungen entwickelt werden. Ziel ist, das Potenzial und den Wert von Energiedaten für eine nachhaltigere Zukunft auszuschöpfen.  Bei den Hackathons machen technisch versierte Energie- und Digitalisierungsinteressierte und ExpertInnen aus Forschung, Industrie Energiewirtschaft und IT mit.

Climathons beziehen hingegen die breite Öffentlichkeit ein. Das bringt zwei Vorteile: Einerseits wird der «Tunnelblick» aufgebrochen, mit dem manche ExpertInnen an ein Thema herangehen. Andererseits kennt die Bevölkerung die alltäglichen Probleme der Nachfrageseite am besten und hat konkreten und praktikable Lösungsvorschläge.  Das Digital Innovation Office (DO) unterstützt sowohl  Hackathons als auch Climathons. Ziel, ist das Bewusstsein für das Potenzial und den Wert von Energiedaten zu schärfen und Anreize zu schaffen für die Privatwirtschaft, ihre Daten zu teilen und innovative digitale Anwendungen zu gestalten.

Es lohnt sich einen Blick zurück zu werfen, was seit letztem Herbst bei diesen Events gelaufen ist.

 

Climathons

Das letzte Jahr ging mit einer Reihe von Climathons in Genf und Lausanne zu Ende. Im Vorfeld hatten die Event Partner aktuelle Herausforderungen veröffentlicht. Die Bevölkerung konnte während zwei Tagen Ideen sammeln und an Lösungen für diese Herausforderungen arbeiten. Dabei wurden sie von ExpertInnen begleitet und beraten.

Die insgesamt 237 Teilnehmenden wurden von knapp 50 ExpertInnen beraten. Auch das DO hat an den Climathons in Genf und Lausanne mitgewirkt und hat in Genf Ideen dazu gesammelt, welche Anwendungen auf Basis ihrer Smart Meter Daten sich StromkonsumentInnen wünschen. In Lausanne ging es darum, wie energiebewusstes Verhalten durch sogenanntes «Nudging» (kleine Hinweise, die auf eine spezifische Verhaltensoption aufmerksam machen sollen) unterstützt werden kann. Für diese zwei Challenges wurden insgesamt neun Lösungsvorschläge präsentiert. Zwei dieser Projekte werden aktuell noch weiterverfolgt:

  • Eine Lampe mit einem einfachen Farbcode. Je nach Farbe zeigt die Lampe an, wie die aktuelle Auslastung des Netzes ist. So hilft sie StromkonsumentInnen, ihren Verbrauch in Schwachlastzeiten zu verlagern. Derzeit sucht das Team ein Versorgungsunternehmen als Partner für ein Pilotprojekt.
  • Ein Podcast über die Umsetzung guter Umweltpraktiken in Unternehmen. Das Konzept für den Podcast besteht bereits. Das Team arbeitet an einer Testreihe von Podcasts, um das Interesse bei einem potentiellen Publikum zu testen. Falls die Resonanz positiv ausfällt, folgt eine Kapitalbeschaffungsphase.

 

Red Lab Hackathon

Letzte Woche ging der dreitägige Hackathon „Red Lab“ zu Ende. Rund 70 FachexpertInnen trafen sich dabei virtuell. Sie arbeiteten an Lösungen, für Herausforderungen die das federführende Konsortium im Vorfeld definiert hat. Die im Einklang mit der Energiestrategie 2050 stehende Aufgabenbereiche konzentrierten sich auf digitale Anwendungen für den optimalen Ausbau von erneuerbaren Energien und der Steigerung von Energieeffizienz:

  • Entwicklung von Monitoring Instrumenten für Städte und Gemeinden für ihre Energiestrategie
  • Entwicklung von Monitoring Instrumenten für Gross- und Mittelverbraucher, um ihre Energiebelastung zu reduzieren
  • Instrumente für die Integration von Fernwärme (und -kälte) in die territoriale Energieplanung
  • Anreize für die Durchführung von lokalen innovativen Projekten
  • Informationen und Transparenz zum Verhalten der Bevölkerung

Bei diesem besonderen Hackathon wurde der «agile Design Thinking» Ansatz genutzt. Damit sollen Ideenfindung und Innovationspotential für digitale Anwendungen ausgeschöpft werden. Ziel war es Konzepte für digitale Produkte im Rahmen der gestellten Challenges zu erarbeiten.

Die Teilnehmenden wurden im Laufe des Events immer wieder dazu aufgefordert, ihr Konzept kritisch zu hinterfragen. So waren schlussendlich alle Konzepte sehr ausgereift und konnten der Jury überzeugend präsentiert werden. Die Hürde, eine Trägerschaft zu finden, wird durch diesen anspruchsvollen Prozess geringer. Die technische Umsetzung erfolgt in einem zweiten Schritt. Sämtliche freigegebene Ideen, können hier durchstöbert und bewertet werden.

Für das Red Lab zog das DO die Expertise von FachspezialistInnen des Bundesamts für Energie hinzu. Ein Experte aus der Sektion Netze beriet und unterstützte die Teilnehmenden am ersten Tag tatkräftig. Ebenso berieten ExpertInnen aus dem Dienst Geoinformation und der Sektion Energiemarktrecht während einer Fragesession die Teilnehmenden im Bereich Datenverfügbarkeit und Datenschutz.

Ausblick:

Die nächsten geplanten Events sind der Hackathon Decarbonising Cities in Bern und die Open Energy Hackdays in Brugg, die beide im September stattfinden.

 

Lucas Tochtermann, Digital Innovation Office, BFE

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