2019 hat die zentrale Bundesverwaltung 37’242 Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Davon hat sie 25’613 Tonnen CO2 durch den Kauf von Emissionsreduktionszertifikaten kompensiert. Bis 2019 war die Kompensation durch Verwaltungseinheiten der Bundesverwaltung mittels Zertifikaten freiwillig. Unter dem Pariser Übereinkommen müssen ab 2020 jedoch alle emittierten Treibhausgase der Bundesverwaltung durch den Kauf internationaler Bescheinigungen obligatorisch kompensiert werden. Das heisst, dass die Bundesverwaltung ab 2020 klimaneutral ist.

Beschaffung der Emissionsreduktionszertifikate 2019

Die Beschaffung der Zertifikate erfolgte zentral durch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und wird durch die kompensierenden Ämter finanziert. Vier Anbieter reichten Offerten ein. Die Projekte wurden nach strengen Kriterien ausgesucht und bewertet. So müssen diese beispielsweise die Kriterien des Gold-Standards oder eines vergleichbaren Standards erfüllen sowie einen Nutzen für weitere Nachhaltigkeitsbereiche aufweisen.

Kompensationsprojekte 2019

Um eine Tonne CO2 zu kompensieren, muss ein CER (Certified Emission Reduction) gekauft werden. Für die 2019 kompensierten 25’613 Tonnen CO2 brauchte es also 25’613 Emissionsreduktionszertifikate. Diese wurden je zur Hälfte für die Projekte «Nepal Biogas Support Program-PoA» und «Bangkok Kamphaeng Saen East: Landfill Gas to Electricity Project» erworben.

Das Projekt «Nepal Biogas Support Program-PoA» erhielt schon in den Jahren 2015 und 2017 den Zuschlag für die Kompensation der Emissionen der Bundesverwaltung. Es unterstützt den Ausbau und die Nutzung von Biogasanlagen in ländlichen Haushalten in ganz Nepal. Biogas ersetzt das sonst übliche Feuerholz zum Kochen am offenen Feuer und stellt eine rauchfreie, bezahlbare und dezentrale Energiequelle insbesondere für ärmere Haushalte auf dem Land dar. Kuhdung, weitere Agrarabfälle und Fäkalien werden unterirdisch durch anaerobe Vergärung in Biogas umgewandelt. Die Gärreste aus der Anlage können auch als Dünger verwendet werden und damit die Landwirtschaftserträge verbessern. Durch den Bau und die Wartung der Anlagen sind tausende neue Arbeitsplätze entstanden. Insgesamt wird der CO2-Ausstoss durch das Projekt um 240’000 Tonnen pro Jahr reduziert.

Im «Bangkok Kamphaeng Saen East: Landfill Gas to Electricity Project» wird Deponiegas gesammelt und anschliessend zur Stromerzeugung genutzt. Der erzeugte Strom wird in das thailändische Stromnetz eingespeist. Der Stromverkauf ist neben dem Verkauf der CO2-Zertifikate eine zusätzliche Einnahmequelle. Dank des Projektes wird verhindert, dass Methan, welches um ein mehrfaches schädlicher ist als CO2, ungehindert in die Atmosphäre entweicht. Die Nutzung dieser erneuerbaren Energiequelle trägt zur nachhaltigen Entwicklung Thailands bei, wo der grösste Teil des Stroms noch mit fossilen Energieträgern produziert wird. Es wird eine Emissionsreduktion von knapp 2 Millionen Tonnen CO2 über die ersten sieben Jahre erwartet.

Kompensationen erfolgen im Rahmen des Ressourcen- und Umweltmanagementsystems der Bundesverwaltung (RUMBA)

Das Ressourcen- und Umweltmanagementsystem «RUMBA» ist seit 2017 ein dauerhafter Auftrag der Bundesverwaltung. Ziel ist, die Umweltbelastung aus der Tätigkeit der Bundesverwaltung kontinuierlich zu reduzieren. Dazu gehört auch die Senkung der CO2-Emissionen. Im Dezember 2019 hatte der Bundesrat die Ziele der RUMBA-Periode 2020–2023 festgesetzt. Unter anderem sollen die absoluten Treibhausgasemissionen der Bundesverwaltung bis Ende 2023 um 9% gegenüber 2020 reduziert werden.

Fabiola Di Paolo, Hochschulpraktikantin Führungsunterstützung, BFE

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