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Strategien zur sicheren Energieversorgung

Besucher der Fachtagung NetzImpuls

Am 22. März trafen sich rund 120 Teilnehmer im Kultur & Kongresshaus in Aarau zur jährlichen Tagung NetzImpuls, die von Electrosuisse in Zusammenarbeit mit ETG, Cigré, CIRED und der Hochschule Luzern organisiert wurde. Im Zenrum standen die Themen Asset Management und Flexibilitätsmärkte.

Nach der Begrüssung durch Tagungsleiter Andreas John von der ABB stellt Dr. Jürgens von der Amprion GmbH in seiner Keynote den Netz-Ausbau gemäss deutschem Bundesbedarfsplangesetz vor. Dieser sieht zusätzliche 1000 Kilometer Leitungsbau mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Milliarden Euro bis 2027 vor, um vor allem die Energie der Windparks im Norden zu den Verbrauchern im Süden zu leiten.

In der zweiten Keynote berichtet Daniel Fischlin von der KWO AG von den künftigen Anforderungen, die auf die schweizerische Grosswasserkraft zukommen. Neben den Kosten für Ausbau und Unterhalt als Folge des Klimawandels käme auch Kosten auf die Anlagebetreiber zu, die mit der besseren Verfügbarkeit der Wasserkraft zusammenhingen. Da Swissgrid derzeit keine Zahlungen für Verfügbarkeit vorsehe, sei eine Neuordnung der Geschäftsmodelle zur Wasserkraft erforderlich.

Im Stream Flexibilität unter der Leitung von Prof. Dr Christoph Imboden von der HSLU wurde ein Markt-Überblick gegeben. Bastian Schwark von der Swissgrid AG erklärte, dass der Schweizer Strommarkt weitere Anreize zur Entwicklung und Erschliessung zusätzlicher Flexibilität benötige. Thomas Reithofer von der CKW AG warnte vor der Kostenfalle durch falsche Prognosen bei der Produktion von PV-Strom, da die Korrelation mit der Regelzone tendenziell unterschätzt werde. Er kommt aber zum Schluss, dass Wasserkraft und PV sich optimal ergänzen, da die saisonalen Fehlmengen im PV-Portfolio korrigiert würden. Olivier Stössel vom VSE erläuterte Grundsätze des Netzkostenmodels und die Auswirkungen der Stromversorgungsverordnung (ES 2050) auf die Flexibilitätsmärkte. Es sei Aufgabe der Elcom als Regulator, für eine gerechte Aufteilung der Netzkosten zu sorgen. Benjamin Rohrbach und Emanuele Facchinetti von der HSLU kommen in ihrer case study des Quartiers «Suurstoffi» zum Schluss, dass die durch lokales Energiemanagement gewonnene Flexibilität zu Einsparungen führt. Beste Ergebnisse wurden mit einer Kombination aus Batterie und thermischen Speicher erzielt.

Der Stream Netzimpuls gab Rudolf Meier von der Alpiq EnerTrans AG eine Einführung in die Instandhaltungsstrategien und Jolanda Eichenberger von der EKT Group zeigte, dass es für den anstehenden Umbau der Energieversorgung mit mehr dezentralen Energiequellen auch für die Netzebene 5 neben „smart metering“ eine Strategie braucht. Dr. Kottmann von der Axpo Power AG demonstrierte, wie die Steuerung der Betriebs- und Investitionskosten mit Vereinheitlichung und Digitalisierung zu Zustand, Bewertung und Planung optimiert werden kann. Richard Amstutz vom ESTI bestätigte, dass die Digitalisierung bei Instandhaltung weit fortgeschritten sei, aber der Gesetzgeber derzeit hinterher hinke.

Zum Abschluss gab Roman Schafer von der ABB mit seiner Keynote zum Betriebsmanagement auf Schiffsflotten einen Ausblick, welche Möglichkeiten ein hoher Digitalisierungsgrad für Maintenance und Asset Management bietet.

Die nächste Tagung NetzImpuls findet am 19. März 2019 im KUK in Aarau statt.

 

Harald Barth, Product Manager Fachtagungen, Electrosuisse

Foto: Radomir Novotny

 

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