Terracotta-Photovoltaik für den Denkmalschutz


Ecuvillens, ein ländlicher Ortsteil der Gemeinde Hauterive im Kanton Freiburg, war bisher vor allem für seinen Flugplatz überregional bekannt. Nun ist der 700-Seelen-Ort um eine Attraktion reicher: Am 2. Oktober 2017 wurde hier das erste terracottafarbene Photovoltaik-Dach in einem geschützten Ortsbild der Öffentlichkeit präsentiert.

Für die Herausforderung, auch auf denkmalgeschützten Gebäuden Photovoltaik installieren zu können, hat das Schweizerische Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik CSEM in den letzten Jahren verschiedene Module entwickelt, die den ästhetischen Anforderungen entsprechen. Der Anwendungsbereich solcher Module ist dann auch nicht auf denkmalgeschützte Zonen beschränkt. Je grösser die Auswahl an Gestaltungsmöglichkeiten, desto höher ist die Chance, dass der Einsatz von Photovoltaik an der Gebäudehülle zum Standard wird. Zwar müssen bei farbigen Modulen etwas kleinere Leistungen als bei herkömmlichen PV-Modulen in Kauf genommen werden. In Ecuvillens jedoch ist entscheidend, dass als Alternative nur ein nicht-stromproduzierendes Dach in Frage gekommen wäre, wodurch dank der Terracotta-PV auf jeden Fall ein Mehrwert erzielt wird.

Der erste Meilenstein ist mit der Einweihung geschafft. Die Realisierung des terracottafarbenen Photovoltaik-Dachs in Ecuvillens ist dem grossen Engagement des Eigentümers, dem CSEM und der PV-Installationsfirma Soltis sowie ISSOL zu verdanken, die die Module in kleiner Stückzahl produziert haben. Wie gut sich das neue Dach tatsächlich bewährt, untersucht das CSEM im Rahmen eines vom Bundesamt für Energie (BFE) unterstützten Projekts. Nebst dem BFE unterstützen auch das Amt für Energie und das Amt für Kulturgüter des Kantons Freiburg sowie ÜserHuus das Projekt.

Damit ist das Potenzial der Photovoltaik aber noch lange nicht ausgeschöpft. Das BFE unterstützt deshalb noch weitere Projekte im Bereich «gebäudeintegrierte Photovoltaik» mit seinen Programmen für Energieforschung sowie für Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte, um die Challenges zu Ästhetik, Preis und Wirkungsgrad von PV-Modulen anzupacken. Mehr dazu erfahren Sie in den beiden Fachartikel «Die Photovoltaik macht sich unsichtbar» und «Stromproduzierende Gebäudeteile», in denen verschiedene Projekte beschrieben werden.

Andrea Möller, Sektion Cleantech

PS: Auch die Tagesschau von SRF 1 und das Regionaljournal von Radio SRF 1 berichteten über die Einweihung.

 

Ein Kommentar zu “Terracotta-Photovoltaik für den Denkmalschutz”

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.