Den Daten Raum geben


Das Büro des Dienstes Geoinformation wirkt wie jedes andere Büro im Bundesamt für Energie. Wer hier geographische Karten an den Wänden und Atlanten in den Regalen erwartet hat, wird enttäuscht. „Unsere Daten und auch Karten sind alle digital“, erklärt Dominique Kröpfli. Sie hat Geografie, Kartografie und Informatik studiert und ist heute Fachspezialistin für Geoinformation  beim BFE. Zusammen mit ihrem Chef Martin Hertach bildet sie den Dienst Geoinformation. Sie sind für alle Geodaten, d.h. alle Daten mit Raumbezug, des BFEs verantwortlich. „Daten werden zu Geodaten, sobald sie mit einem Ortsbezug oder mit einer Koordinate versehen werden“, präzisiert Kröpfli.

Die gesetzliche Grundlage für ihre Arbeit schaffte der Bund 2007 mit dem Geoinformationsgesetz (GeolG, 510.62). Es verpflichtet die Bundesämter Geodaten „für eine breite Nutzung, nachhaltig, aktuell, rasch, einfach, in der erforderlichen Qualität und zu angemessenen Kosten den Kantonen, Gemeinden sowie der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen“ (vgl. Gesetz, Artikel 1). Der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen müsse die Bundesverwaltung insbesondere Geobasisdaten wie z.B. den Sachplan für geologische Tiefenlager oder die Stauanlagen unter Bundesaufsicht, oder auch Geodaten, für welche ein breites Interesse besteht wie beispielsweise eine Übersicht der aktuell bestehenden Windenergieanlagen.

Die Publikation sowie Bereitstellung der Geodaten erfolgt in Zusammenarbeit mit swisstopo (Bundesamt für Landestopographie). Die öffentlichen Geodaten der Bundesämter werden in die Bundesgeodateninfrastruktur (BGDI) integriert und im Kartenviewer publiziert. Der Dienst Geoinformation fungiert dabei als Schnittstelle zwischen den Fachsektionen des BFE und swisstopo. „Bearbeiten die Fachspezialistinnen und Fachspezialisten des BFE ein neues Projekt mit räumlichen Fragestellungen, so wenden sie sich zuerst an uns“, erklärt Kröpfli.

Dabei sind die Datensätze oft sehr gross und komplex. „Um die Daten der breiten Bevölkerung verständlich und ansprechend zu präsentieren, entwickeln wir gezielte Anwendungen und Tools“, erklärt Kröpfli. So haben die Fachspezialisten für Geoinformation zum Beispiel interaktive Karteanwendungen zu den Themen Windenergie (windatlas.ch), Sonnenenergie (sonnendach.ch und sonnenfassade.ch).

„Unsere Arbeit im Dienst Geoinformation ist sehr vielfältig“, meint Kröpfli. Denn zur Aufbereitung der Daten bis zur Publikation in einer Karte muss eine gewisse technische Affinität vorhanden sein. „Zudem haben wir Projekte aus verschiedenen Bereichen wie Erneuerbare Energien, Kernenergie oder auch Energieforschung, was unsere Arbeit sehr spannend macht“, schwärmt Kröpfli. So findet man beim BFE Geodaten zu Wasserkraftanlagen, Eignung von Dächern für Solarenergie, Sachplan Übertragungsleitungen sowie zu Veloverleihsystemen in der Schweiz.

Und auch künftig wird der Geoinformationsdienst weitere Daten des BFEs für die breite Bevölkerung aufarbeiten. Soeben wurde das Planungsinstrument sonnendach.ch mit der neuen Anwendung sonnenfassade.ch erweitert, wobei das Solarpotenzial von Schweizer Hausfassaden visualisiert wird. In Planung ist auch ein Ausbau der Statistik der Wasserkraftanlagen mit historischen Daten oder eine Visualisierung von kantonalen Kennzahlen zur Elektromobilität.

Weitere Informationen zum Geoinformationssystem des BFE, Geodaten im Bereich Energie sowie Anwendungen dazu, finden Sie unter: http://www.bfe.admin.ch/geoinformation.

Selina Zehnder, Hochschulpraktikantin Medien + Politik, BFE