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Ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle umfasst auch Bauwerke an der Erdoberfläche. Die Lage dieser sogenannten Oberflächenanlage (OFA) wurde in der laufenden Etappe 2 des Sachplanverfahrens ausgiebig diskutiert und schliesslich bestimmt. Neben dem Hauptzugang zum unterirdischen Lagerbereich der OFA wird es weitere Zugänge zum Lager brauchen, beispielsweise Schächte für Personal und Material oder für die Lüftung. Diese Bauwerke am oberen Ende der Schächte werden als Schachtkopfanlagen bezeichnet. Auf Verlangen des BFE hat die Nagra dazu einen Bericht und eine Broschüre veröffentlicht.

Wozu dienen diese Schächte und wie funktionieren sie? Wie zirkuliert die Luft in einem Tiefenlager? Wie sieht eine Schachtkopfanlage aus, wie gross sind die Gebäude und wie viel Platz braucht es dafür? Diese und weitere Fragen werden darin beantwortet. So können sich die betroffenen Regionen und die zuständigen Behörden frühzeitig ein Bild davon machen, welche weiteren Anlagen an der Oberfläche benötigt werden.

Wo diese Schachtkopfanlagen später genau zu stehen kommen sollen, wird erst in Etappe 3 des Verfahrens diskutiert. Diese beginnt voraussichtlich Ende 2018. Bis dahin gilt es in Fachsitzungen zwischen den Behörden und der Nagra unter anderem zu klären, wie viel Handlungsspielraum bei der Platzierung von Schachtkopfanlagen überhaupt vorhanden ist. Während die OFA weiter weg vom Lager stehen kann, müssen die Schächte in der Nähe des künftigen Lagerbereichs platziert werden.

Weiter werden die Behörden raumplanerische Kriterien und Potenzialräume definieren, anhand derer die Nagra mögliche Standorte für Schachtkopfanlagen suchen kann. Beispielsweise dürfte eine Schachtkopfanlage nicht in einem Naturschutzgebiet gebaut werden. Gemäss diesen Vorgaben wird die Nagra konkrete Vorschläge für die Platzierung von Schachtkopfanlagen erarbeiten und diese zu Beginn von Etappe 3 veröffentlichen. Danach folgt die Diskussion mit den Regionen und Kantonen.

Stefan Kreis, Fachspezialist Projekte Tiefenlager BFE

Grafik: Wie eine Schachtkopfanlage aussehen könnte (Quelle: Nagra).

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2 Antworten
  1. Balz Morf
    Balz Morf says:

    Radioaktive Abfälle kontrolliert lagern. Vor einigen Jahren hat ein Genfer Professor empfohlen, unsere radioaktiven Abfälle kontrolliert in bestehenden Kavernen in unseren Bergen zu lagern. Diese Lösung wäre verhältnismässig schnell realisierbar. Natürlich müssten die Abfälle über Jahrhunderte ev. Jahrtausende gelagert werden. Bis ein erstes Tiefenlager realisiert werden kann, kann es noch Jahrzehnte dauern und bis dahin werden noch Millionen wenn nicht Milliarden Fr. „verlocht“.
    Das Zwilag in Wührenlingen existiert nun auch schon über viele Jahre und niemand hat Bedenken geäussert. Diese Lösung hätte verschieden Vorteile wie:
    Wäre schnell realisierbar, man müsste Gemeinde finden, was etwas Ueberzeugung bräuchte.
    In der betroffenen Gemeinde gäbe es sicher Arbeitsplätze über viele viele Jahre.
    Am Anfang kostengünstig, müsste jedoch über lange lange Jahre finanziert werden.
    Keine Probleme mit ev. Deutschland
    Die Abfälle könnten ev. später, wenn wieder Verwendung gefunden wird. einfach wieder zur Verfügung stehen.
    Zwilag siehe oben.
    Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Erdbeben die Lagerung gefährden könnte ist sehr klein. Wir Menschen haben heute ganz andere Probleme, die den Weiterbestand gefährden wie Völkerwanderung, Wassernot, überfischte Meere, Kriege, Hungersnöte, Atombomben etc.
    MfG B. Morf

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