Kernenergieanteil sinkt bis 2030 auf 17.5 Prozent


An drei Tagen, vom 31. Mai bis 2. Juni 2016, strömten Branchenexpert/innen und Interessierte aus Politik, Wirtschaft, Industrie und Gemeinden in die Messe Zürich zu den Powertagen 2016. Es war bereits die siebte Ausgabe dieser Fachmesse, die sich mittlerweile als der bedeutendste Branchentreffpunkt der Schweizer Stromwirtschaft etabliert hat. 163 Aussteller, davon 7 Fachhochschulen und rund 2‘200 Besucher/innen waren anwesend und damit die wesentlichen Akteure, die die Stromwirtschaft am Laufen halten und ihre Zukunft gestalten. Eine aktuelle Umfrage zeigt ihren Blick in die Stromzukunft der Schweiz.

Auch das Bundesamt für Energie (BFE) war wie immer mit einem Stand vertreten, der rege besucht wurde. Grosses Interesse fand dabei die BFE-Umfrage zur Stromzukunft 2030, an der 254 und damit rund 10 Prozent der gesamten Powertage-Besucher/innen, teilnahmen, die meisten davon ausgewiesene Strom-Fachleute. Ihre Antworten (siehe Diagramme unten) zeigen, wie sich Expert/innen die Zusammensetzung der Schweizer Stromproduktion im Jahr 2030 vorstellen. Beim Ausfüllen der Umfrage wurde jeweils rege diskutiert, Technologien, Marktentwicklung und Konsumverhalten debattiert und leidenschaftlich kommentiert. Die spannende Auswertung der Umfrage wollen wir Ihnen nicht vorenthalten:

  • Ausgehend vom inländischen Produktionsmix 2015 sehen die Fachbesucher/innen der Powertage 2016 bis ins Jahr 2030 eine Abnahme des Kernenergieanteils auf 17.5% (2015: 33.5%).
  • Die konventionell-thermische Stromproduktion mit fossilen Energien wird gemäss Umfrage leicht ansteigen auf 4.5% (2015: 1.9%).
  • Die Wasserkraft bleibt die wichtigste Energiequelle. Allerdings sehen die Umfrageteilnehmenden im Durchschnitt einen leicht sinkenden Anteil am Produktionsmix auf 57% (2015: 59.9%). Relativiert wird dieser Wert, wenn man die Antworten im Detail analysiert. Denn über 40 Prozent (42.5%) sind der Ansicht, dass Wasserkraft im Jahr 2030 einen Anteil von mehr als 60% am Schweizer Produktionsmix einnehmen wird.
  • Die neuen erneuerbaren Energien wie Photovoltaik, Windkraft, Biomasse oder Geothermie werden in rund 15 Jahren mit 21% (2015: 4.7%) einen sehr viel grösseren Produktionsanteil als heute einnehmen. Die Detailauswertung zeigt, dass mehr als jede/r Zweite (56%) mit einem Produktionsanteil zwischen 11 und 30 Prozent rechnet.
  • Der Anteil der Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen (Wasserkraft und neue erneuerbare Energien) würde damit von 64.6 % (2015) bis ins Jahr 2030 auf 78 % steigen.
  • Die Option „Stromimport aus dem Ausland“ stand übrigens auf der Umfrage auch zur Verfügung. Sie wurde allerdings nur von einem einzigen Umfrageteilnehmer angekreuzt (mit einem Wert von 20%) und wurde daher bei der Detailauswertung nicht berücksichtigt. Alle anderen Expert/innen sehen also vermehrte Importe bis 2030 nicht als Option.

Die nächsten Powertage finden in zwei Jahren, vom 5. bis 7. Juni 2018 wieder in der Messe Zürich statt. Angesichts der Dynamik im Strommarkt wird bis dahin vieles in Bewegung geraten. Umso interessanter wird dann der Vergleich der Umfrageergebnisse 2018 mit der aktuellen Auswertung sein.

Marianne Zünd, Leiterin Medien + Politik BFE

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