Alyeska

Die Stärke einer Mühle


Letzten Donnerstag wurde bei der Meyerhans Mühlen AG in Weinfelden (TG) die neue Produktionsanlage „Alyeska“ eingeweiht. Diese wurde im Rahmen eines Pilot- und Demonstrationsprojekts des Bundesamts für Energie (BFE) entwickelt und in Zusammenarbeit mit Projektpartnern realisiert. Sie dient der innovativen, energieeffizienten Herstellung von Stärkeprodukten für die Oberflächenbehandlung in der Papierindustrie.

Normalerweise wird Weizenstärke mittels energieintensiven Prozessen aus Weizenmehl gewonnen. Dabei wird die Stärke aus dem Mehl ausgewaschen und unter hohem thermischem Aufwand getrocknet. Im neuen „Alyeska“-Prozess wird das Weizenmehl nun mithilfe eines neuentwickelten Extruders, eine Art Fleischwolf, rein mechanisch bearbeitet, so dass es direkt die spezifischen Anforderungen der Papierfabrik erfüllt. Mit dem neuen Prozess lassen sich für die gleiche Menge Stärkeprodukte ganze 99% des Wärmebedarfs einsparen. Zusammen mit einer beachtlichen Reduktion des Stromverbrauchs sparen die Meyerhans Mühlen so jedes Jahr etwa 14 GWh Energie, genug um rund 1800 Haushalte zu versorgen.

Da durch den Prozess auch energieintensive Nachbehandlungen in der Papierfabrik entfallen, kann der Abnehmer der Stärkeprodukte, eine auf Verpackungslösungen spezialisierte Firma, den eigenen Energiebedarf ebenfalls reduzieren. Dabei wurde ebenfalls ein innovativer Behandlungsprozess entwickelt, mit dem die Papierfabrik pro Jahr auf die Produktion von über 5000 Tonnen Dampf verzichtet kann. Da die Stärkeprodukte über eine eigens erstellte Pipeline direkt von der Mühle zur Papierfabrik kommen, werden zudem fast 1 Million Kilometer für Lastwagentransporte eingespart. Durch diese Innovationen und durch die verbesserte Wirtschaftlichkeit profitieren somit beide Familienunternehmen, was mithilft, diese Industriezweige in der Schweiz nachhaltig zu stärken.

Men Wirz, Sektion Cleantech

P.S.: In dem Fachartikel „Stark dank Schweizer Stärke“ finden Sie weitere Informationen zu diesem Projekt.