WG unplugged – ein Erfahrungsbericht


Ohne Storm zu leben, heisst auf vieles verzichten zu müssen. Das mussten wir letzten Sonntag am eigenen Leib erfahren. 24 Stunden lang wurde unserer WG der Strom abgedreht und wir als Bewohner auf eine harte Probe gestellt. Doch erst als morgens um acht alle Sicherungen gekippt wurden, begriffen wir eigentlich, auf was wir uns eingelassen hatten.

Wir mussten erfahren, dass Strom nicht nur Licht bedeutet, sondern unser Alltag vom Strom abhängt. Und wie! Kaffee kochen, Essen zubereiten, eine warme Dusche nehmen und sogar einfach nur Musik hören. All dies benötigt unbewusst Strom, den wir ja nicht mehr hatten. So war der Tag voller Hindernisse, an die man im Vorhinein nie gedacht hätte. Wir mussten unser Essen planen, uns ums Abwaschwasser kümmern, Kerzen für die Nacht sammeln und uns nicht zuletzt auch irgendwie beschäftigen.

Ohne unsere kleinen Ablenkungen des Alltags, wie das Handy oder den Laptop, kam uns der Tag nämlich unbeschreiblich lang vor. Wir wussten alle nicht wirklich, was wir tun sollten. Da nützte auch der unbewusste Griff zum Handy in der Tasche nichts. Denn da war ja keins. So mussten wir uns anderweitig beschäftigen. In der Gruppe war es sehr spannend zu sehen, wie unsere Kreativität mehr und mehr auflebte und welche neuen Beschäftigungen auftauchten. Wir lasen uns Geschichten vor, spielten Kartenspiele oder redeten einfach miteinander. Auf alle Fälle brachte uns die Stromlosigkeit an diesem Tag sehr viel näher, und dies wird uns noch eine Weile in Erinnerung bleiben.

Insgesamt war das Experiment also eine grosse Herausforderung, aber auch eine Lehre. Denn es zeigte uns, was alles vom Strom in unserem Leben abhängt und was wir tun, wenn wir mal keinen mehr haben. Im Namen der WG kann ich also sagen, dass das Experiment geglückt ist. Doch über den Strom freuen wir uns wieder.

Lucas Pfister, Student ZHdK, Wallisellen

PS: Das Projekt #WGunplugged ist eine Kollaboration von EnergieSchweiz und Cast / Audiovisuelle Medien ZHdK