Energieetikette: die Packungsbeilage zum Neuwagenkauf

Wozu dient die Energieetikette für Personenwagen?
Die Schweiz hat sich verpflichtet, ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Personenwagen sind in der Schweiz aktuell für rund einen Viertel des Energieverbrauchs und einen ähnlich hohen Anteil der CO2-Emissionen verantwortlich. Will die Schweiz ihre Energie- und CO2-Ziele erreichen, ist es wichtig, beim Autokauf verstärkt auf die Energieeffizienz zu achten. Mit der Energieetikette steht den Kunden ein transparentes Informationstool für die Wahl eines energieeffizienten Autos zur Verfügung.

Die Energieetikette informiert einfach und unkompliziert über die Effizienz des Fahrzeugs und dessen klimawirksamen CO2-Emissionen. Sie ist sozusagen die „Packungsbeilage“ zum Auto, die die Konsumenten über (Klima-)Risiken und Nebenwirkungen ihres potenziellen Neuwagens in Bezug auf Energieverbrauch und Klimawirkung ins Bild setzt.

Wie wird die Energieetikette berechnet?
Zur Ermittlung der Effizienzkategorien dienen sogenannte Primärenergie-Benzinäquivalente. Diese ermöglichen einen direkten Vergleich verschiedener Antriebsarten wie beispielsweise eines Hybrid-Fahrzeugs mit einem Gas- oder Elektrofahrzeug. Die Berechnung erfolgt für sämtliche Antriebsarten anhand der gesamten Wirkungskette, also von der Energiequelle bis zum Rad („well-to-wheel“).

Wie werden die Kategorien A bis G festgelegt?
Der absolute Verbrauch wird bei der Berechnung zu 70 Prozent gewichtet, das Leergewicht zu 30 Prozent. Somit wird gewährleistet, dass nicht nur Kleinwagen die Energieeffizienzkategorie A erhalten können. Diese Einteilung soll einen fairen, transparenten Vergleich ermöglichen. Familienautos beispielsweise haben aufgrund ihrer Grösse und des damit verbundenen höheren Gewichts meist einen höheren Verbrauch als Kleinwagen. Dank des Einbezugs des Gewichts in die Berechnung der Kategorien ist es möglich, Fahrzeuge der gleichen Klasse untereinander zu vergleichen und so auch Familienautos in der energieeffizientesten Kategorie zu finden. Die Kategoriengrenzen werden jährlich neu berechnet und die Energieetikette entsprechend aktualisiert.

Was ist sonst noch zu beachten?
Es kann vorkommen, dass ein Fahrzeug, das schwerer ist und mehr Energie verbraucht, jedoch ein effizientes Antriebssystem hat, in eine bessere Energieeffizienz-Kategorie eingeteilt wird, als ein verbrauchsärmeres, leichtes Fahrzeug. Die Effizienz ist zentral: in der Kategorie A sind nicht (nur) die sparsamsten Autos, sondern die energieeffizientesten Modelle aufgeführt.

Christoph Schreyer, Leiter Mobilität

PS: 10vor10-Beitrag zum Thema