Performance Gap im Schweizer Gebäudepark


Wie ist mit dem Performance Gap im Schweizer Gebäudepark umzugehen? Wie lässt sich dessen Energieeffizienz erhöhen? Dies war Thema des neunten Passerelle-Workshops an der Hochschule Luzern, der letzte Woche stattfand. Die Veranstaltung war mit rund 180 Teilnehmern ausgebucht.

Nebst technische Beiträge zum Thema Performance Gap beleuchtete Andreas Hofer von der Geschäftsleitung der Baugenossenschaft „mehr als wohnen“ seine Erfahrungen im „Hunziker Areal“. Beide Projekte werden vom Bundesamt für Energie im Rahmen seines Leuchtturmprogramms unterstützt.

In meinem Referat berichtete ich über eine Untersuchung, die wir zum Thema Performance Gap erstellen liessen. Die Studie kam u.a. zu folgenden Ergebnissen: Einfamilienhäuser halten im Schnitt ihren Baustandard auch im Betrieb ein. Im Vergleich zu Mehrfamilienhäusern weisen sie einen geringeren Performance Gap auf. Eigentlich eine erfreuliche Nachricht. Darauf stellte aber Andreas Hofer die Frage der Relevanz dieser Tatsache – im Wissen, dass die Bewohner von Einfamilienhäusern pro Person mehr Energie und Fläche verbrauchen, und dass mit Rücksicht auf die Gebäude induzierte Mobilität der Baustandard kaum relevant ist.

Tatsache ist: Allein 2014 wurden über 7000 neue Einfamilienhäuser gebaut, hauptsächlich in ländlichen Gebieten. Sie entsprechen scheinbar einem Bedürfnis, das im urbanen Raum oder in grossen Überbauungen nicht gleichermassen erfüllt wird.

Um auch bei der Wahl der Wohnformen Fortschritte zu erzielen, gilt es herauszufinden, welche Eigenschaften Einfamilienhäuser so attraktiv machen. Danach liessen sich neue architektonische Konzepte entwickeln, die diese Eigenschaften auch im urbanen Raum und in verdichteten Wohnformen ermöglichen. Zudem muss natürlich das Wohnen in den Städten und Agglomerationen mit gutem ÖV-Anschluss bezahlbar und attraktiv bleiben. By the way: Kostengünstig und energieeffizient Bauen ist heute schon möglich. Dies muss nun die Norm werden, damit der Gebäudepark Schweiz seinen Beitrag an eine nachhaltige Energiezukunft leisten kann.

Olivier Meile, Leiter Bereich Gebäudetechnologie und Geschäftsstelle „Energie-Vorbild Bund“

Bildlegende: v.l.n.r. Andreas Hofer, mehr als wohnen, Frederic Renier, Bereichsleiter Energiecontrolling und Nebenkosten Enastra AG, Dimitrios Gyalistras und Urs-Peter Menti, HSLU (Quelle: fge)