Was nach dem Watt d’Or geschah: Wellne(ss)ffizienz


Das WellnessHostel4000 Saas Fee ist die erste Schweizer Jugendherberge mit Wellnesslandschaft und der erste fünf-stöckige Holzbau im schweizerischen Beherbergungsbereich. Die Jugendherberge hat im Jahre 2015 den Watt d‘Or in der Kategorie Gebäude und Raum erhalten. René Dobler ist der CEO der Schweizerischen Stiftung für Sozialtourismus, welche die Bauherrin der Schweizer Jugendherbergen ist. Im Gespräch erklärt er, was seit dem Watt d’Or geschehen ist.

Herr Dobler, die Jugendherberge in Saas Fee hat im Jahre 2015 den Watt d’Or erhalten: Was ist seither geschehen?
Der Watt d’Or ist sicherlich einer der wichtigsten Energie-Preise auf nationaler Ebene, der auch sehr hohe Anforderungen stellt. Dieser Preis ist eine Möglichkeit, seine Bemühungen in diesem Bereich gegenüber der breiten Öffentlichkeit zu belegen. Das verpflichtet: Seit 2015 haben wir im energetischen Bereich weitere Optimierungen vorgenommen.

Wie lassen sich Wellness und Energieeffizienz vereinbaren?
Wellness ist sicherlich eine Nutzung, die sehr energieintensiv ist. Das bedeutet jedoch auch, dass man in diesem Bereich auch viel herausholen kann bezüglich Energieeffizienz. Es lohnt sich, hier zu investieren und die Effizienz im Auge zu behalten. Gerade bei sehr energieintensive Nutzungen zahlt sich dies aus.

Was ist der grösste Energieposten im WellnessHostel4000 Saas Fee?
In unserer Jugendherberge, ist es insbesondere das Warmwasser, und danach die Küche und die Lingerie, die am meisten Energie konsumieren. Im Wellnessbereich Aqua Allalin ist es die Lüftung des Hallenbades.

Die Jugendherberge wurde als Minergie-Eco-Haus gebaut: Wieviel CO2 konnte dadurch bisher im Vergleich zu anderen Jugendherbergen eingespart werden?
Leider lässt sich dies nicht einfach beziffern. Doch ist es so, dass die Minergievorschriften heute nicht mehr so weit entfernt von den Energievorschriften für Neubauten sind. Das entscheidende ist jedoch, dass das Minergiehaus keine fossile Energie bezieht. Zudem wurde das Haus auch nach Eco gebaut, das bedeutet eine ressourcenschonende Verwendung von Baumaterialien und ein Verzicht auf übermässige Veredlungen. Im Vergleich zu früheren Bauten können wir mit dieser Jugendherberge viel CO2 einsparen.

Wie nachhaltig sind die Schweizer Jugendherbergen im Allgemeinen?
Wir entwickeln uns im Bereich Nachhaltigkeit sowohl ökologisch, ökonomisch als auch sozial immer weiter. So konnten wir zum Beispiel die CO2-Emissionen aller Jugendherbergen im Heizungsbereich seit dem Jahre 2000 um insgesamt 60 Prozent senken.

Woher beziehen die Schweizer Jugendherbergen ihre Energie?
Im Bereich Heizenergie versuchen wir bei Sanierungen und dem Ersatz von Heizungen wenn immer möglich auf erneuerbare Energien umzustellen. Etwa schliessen wir uns Quartierheizungen an oder bauen Wärmepumpen in unsere Häuser ein. Den Strom beziehen wir schweizweit zu 100 Prozent aus Schweizer Wasserkraft. Zur Ergänzung können Solarenergie und Wärmerückgewinnung zur Anwendung kommen. Generell verwenden wir jede Technik, die effizient und auch wirtschaftlich ist.

Was machen Sie persönlich, um Energie zu sparen?
Ich bin selbst sehr sensibilisiert auf das Thema. Das bedeutet, dass ich meistens mit dem Velo zur Arbeit fahre und den ÖV benutze. Nur wenn ich etwas nicht mit dem Velo oder dem ÖV transportieren kann, nehme ich das Auto. Zudem haben wir unser Haus soweit energetisch optimiert, wie es Sinn macht: mit Solaranlage, Pelletheizung und allem, was dazugehört. Was an Energieeinsparungen sinnvoll ist, das setze ich privat auch konsequent um.

Interview geführt durch Selina Zehnder, Hochschulpraktikantin Medien + Politik, BFE