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Vom 17. bis 18. November fand das voraussichtlich letzte Treffen des Board of Governors (BoG) der internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)  in diesem Jahr statt. Bei der Zusammenkunft des Board of Governors standen verschiedene Themenbereiche im Vordergrund: Zum einen die Berichterstattung betreffend dem vorausgegangenen Technical Assistance Cooperation Committee (TACC), die Beratungen zur neuen Medium Term Strategy (MTS) 2018-2023 sowie die zusätzlichen Verifikationsaufgaben der IAEA im Iran.

Vor dem Treffen des BoG fand in der gleichen Woche vom 14. bis 16. November das Technical Assistance Cooperation Committee statt. Bei diesem Treffen wurden über die bestehenden sowie neuen Projekte innerhalb des Programms der Technical Cooperation (TC) berichtet und ein Evaluationsbericht an das Board of Governors zur Zustimmung vorgelegt. Im TACC wurden über 600 neue Projekte vorgeschlagen, welche hauptsächlich die Situation der Mitgliedsländer in den Bereichen der nuklearen Sicherheit und Sicherung sowie Gesundheit bzw. Ernährung nachhaltig verbessern soll. Die Technical Cooperation hat einen massgeblichen und direkten Einfluss auf das Leben von Millionen Menschen, überwiegend in den Mitgliedsländern im Schwellenbereich, und orientiert sich ebenfalls an den sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, die letztes Jahr bei der UN-Vollversammlung verabschiedet wurden. Die Schweiz unterstützt diese Entwicklungsaktivitäten mit zusätzlichen Projekten die zusammen mit der IAEA entwickelt wurden, um z.B. gezielt die Situation in der Landwirtschaft und betreffend medizinischen Behandlungsmöglichkeiten stetig zu verbessern.

Die Beratungen zur Medium Term Strategy verlaufen planmässig. Es wird erwartet, dass diese im Laufe des nächsten Jahres zum Abschluss kommen und verabschiedet werden können. Bei der Medium Term Strategy geht es um die weitere Ausrichtung der IAEA für die nächsten fünf Jahre in den Hauptarbeitsgebieten, wie z.B. nukleare Sicherheit, Sicherung, Forschung & Entwicklung und technische Kooperation.

Im Bereich der zusätzlichen nuklearen Verifikationsaufgaben der Agentur im Mittleren Osten, Iran und Nordkorea gab Generaldirektor Amano einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen. Mit Sorge berichtete der DG über das Nuklearprogramm in Nordkorea. Das Land hat im laufenden Jahr bereits mehrere nukleare Tests erfolgreich ausgeführt und damit wiederholt gegen die Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates vorstossen. DG Amano rief Nordkorea zu einer vollständigen Kooperation im Bereich der Inspektionen auf und zu einer Mitarbeit an allen offenen Fragen. Bezüglich dem Iran wurde berichtet, dass sich das Land nahezu an alle Vereinbarungen des JCPOA hält. Die IAEA forderte den Iran auf, sich strikt an die Abmachungen zu halten und diese entsprechend der vereinbarten Roadmap vollständig umzusetzen.

Zu guter Letzt weihte Gouverneur Walter Steinmann zusammen mit Deputy Director General Frau Janice Dunn Lee das neuen Datencenter ein, welches ein Geschenk des BFE an die IAEA ist. Das Datencenter ersetzt die bisherige schweizerische Weltzeituhr, die nicht mehr funktionsfähig war. Mit diesem Display können neben der Uhrzeit eine Vielzahl von verschieden Verbrauchsdaten, wie z.B. der momentane Stromverbrauch und der gesamte Energieverbrauch der IAEA angezeigt werden. In seiner Ansprache erläuterte Walter Steinmann unter anderem die neuen Möglichkeiten der Visualisierung von Daten und die damit verbundene Hoffnung zur Sensibilisierung im Umgang mit Energie.

Ralf Straub, BFE-Fachspezialist Internationales

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