Was geschieht nun eigentlich mit den Sondiergesuchen?


Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) will den Untergrund in Jura Ost und Zürich Nordost mit Bohrungen genauer analysieren, falls diese Gebiete am Ende von Etappe 2 im Sachplan für geologische Tiefenlager festgesetzt werden. Dafür reichte die Nagra im September 2016 pro Region acht Gesuche ein. (siehe Medienmitteilung zu den eingereichten Sondiergesuchen). Bevor diese 16 Bohrgesuche öffentlich aufgelegt werden, überprüft das BFE sie auf ihre Vollständigkeit. Was bedeutet dies nun für die Anwohnenden der Bohrplätze? Damit sie und weitere Interessierte sich über die Bohrungen informieren können, führen die betroffenen Gemeinden vier Informationsveranstaltungen durch. Das erste Treffen fand am 24. Oktober 2016 in Bözberg statt.

An dieser Veranstaltung waren ca. 50 Personen anwesend, darunter befanden sich Mitglieder von Vereinen, Interessierte sowie Betroffene. Während einer Podiumsdiskussion informierte das BFE über den Ablauf des Bewilligungsverfahrens für Sondierbohrungen. Im Publikum waren die Sorgen der Anwesenden spürbar: «Was sind die möglichen Auswirkungen für naheliegende Häuser und Siedlungen? – Wie laut wird es? – Wie hell wird die nächtliche Beleuchtung sein?» Damit solche Anliegen eingebracht werden können, werden die Gesuche Anfang 2017 öffentlich aufgelegt. Wer von den Auswirkungen der Sondierbohrungen betroffen ist, hat die Möglichkeit, innert 30 Tagen Einsprache zu erheben. Gegen Lärm, Licht und zu starke Einsicht auf die Bohrplätze kann die Nagra beispielsweise mit Schutzwänden (aus Erde oder anderen Materialien) entgegenwirken. Das BFE wird die eingehenden Einsprachen sorgfältig prüfen und die Anliegen der Betroffenen berücksichtigen.

Im Oktober und November 2016 finden weitere Informationsanlässe zu den geplanten Bohrungen statt, an denen das BFE und die Nagra der Bevölkerung vor Ort Red und Antwort stehen. Die Anlässe finden am 27. Oktober in Effingen (JO), am 1. November in Riniken (JO) sowie am 10. November in Trüllikon (ZNO) statt. So kann sich die Bevölkerung aus erster Hand über die geplanten Sondierbohrungen informieren.

Seraina Branschi, Fachspezialistin Grundlagen Entsorgung BFE