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Energie- und Stadtplanung: «Das Miteinander ist entscheidend»


Um ihre energiepolitischen Ziele auf lokaler Ebene zu erreichen, setzen viele Schweizer Städte und Gemeinden auf innovative Instrumente. «Die kommunale Energieplanung und das Label für 2000-Watt-Areale sind Schweizer Erfolgsgeschichten», sagte die Präsidentin des Trägervereins Energiestadt, Barbara Schwickert, an der Mitgliederversammlung in Biel/Bienne letzte Woche. Diese stossen über die Landesgrenzen hinaus auf Interesse: Barbara Schwickert konnte Vertreterinnen und Vertreter aus zwölf Ländern begrüssen. «Dieser Austausch mit nationalen und internationalen Experten bringt auch unsere Stadt weiter», meinte Barbara Schwickert, die in Biel/Bienne die Bau-, Energie- und Umweltdirektion führt. Die Energiestadt ist zurzeit daran, das Bieler Quartier Gurzelen grossflächig umzugestalten. Dieses soll dereinst in energetisch vorbildlichen Neubauten Platz bieten für Wohnen, Arbeiten und Freizeit.

«Gemeinsam das gleiche Ziel verfolgen»

Bereits einen Schritt weiter ist die Überbauung Sihlbogen in Zürich-Leimbach. Sie wurde konsequent nach dem städtischen Legislaturziel «2000-Watt-Gesellschaft» geplant und realisiert. Der Sihlbogen ist ein lebendiges Zentrum mit einem vielfältigen Wohnungsangebot und hervorragender Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr. Holzpellets, Abwärme und Biogas werden zur Wärmeerzeugung genutzt. Eine technisch raffinierte Energiefassade mit Photovoltaik-Panels produziert Strom. Via App können die Bewohner jederzeit ihren Energieverbrauch überwachen. Die Überbauung ist seit 2015 als «2000-Watt-Areal» zertifiziert. Das Label «2000-Watt-Areale» wird seit 2012 vom Bundesamt für Energie und in Zusammenarbeit mit dem Trägerverein Energiestadt entwickelt. Heute ist das Label ein bedeutendes Instrument für Städte und Gemeinden, die Wert auf Nachhaltigkeit legen. Urs Frei, Unternehmer und Präsident der zuständigen Baugenossenschaft für die Überbauung Sihlbogen, ist überzeugt: «Die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft können wir bereits heute erreichen.»
Jacques Kimman, Professor für Neue Energien an der niederländischen Zuyd University, betonte, wie entscheidend das Miteinander aller Beteiligten für die Umsetzung von Energie- und Klimazielen auf lokaler Ebene sei. «Wissenschaft, Politik, Planer, Investoren und Bewohner müssen gemeinsam Lösungen finden und das gleiche Ziel verfolgen.» Wie fruchtbar eine solche Kooperation sein kann, zeigt die Überbauung Sihlbogen beispielhaft.

Ricardo Bandli, Fachspezialist 2000-Watt & Energie-Region BFE

Bild: Überbauung Sihlbogen

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