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Am letzten Dienstag  fand der jährliche Energietag in Bern statt. 300 Vertreter von Städten und Gemeinden trafen sich zuerst in Workshops und später zur Verleihung der neuen Energiestadt – Label.

Prof. Dr. Gerhard Schmitt berichtete über die Projekte der ETH Zürich in Singapur; Gemeindevertretern von Payerne sprachen mit viel Enthusiasmus darüber, dass Payerne sich zum Ziel gesetzt hat, stromautark zu werden und diesem Ziel mit dem Bau des Solarparks „La Boverie“ ein grosses Stück näher gekommen ist.

Heute leben 4.5 Mio. Menschen in Schweizer Energiestädten. Aber was bedeutet das für diese Menschen? Wenn wir eine Strassenumfrage machen würden, wie viele dieser Menschen könnten die Frage beantworten, was eigentlich eine Energiestadt ist? Wie viele wüssten,  dass Energiestadt ein Leistungsausweis ist, der zeigt, dass eine Gemeinde nachhaltige, kommunale Energiepolitik vorlebt und umsetzt? Und wie viele würden sich selbst betroffen fühlen und diese Energiepolitik mittragen?

Gemäss einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von EnergieSchweiz, kennen  48 Prozent der Schweizer das Energiestadt-Label und 97 Prozent finden es sehr wichtig oder wichtig, dass sich Städte und Gemeinden für Energie- und Umweltthemen einsetzen. Das ist super, aber das alleine genügt nicht.

Um die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen, brauchen wir nicht nur Energiestädte, wir brauchen Energiemenschen. Menschen,  denen der nachhaltige Umgang mit Energie und Ressourcen ein Herzensanliegen ist und die Mitverantwortung tragen, dass wir in naher Zukunft nicht mehr auf fossile Energieträger angewiesen sind und mit der uns zur Verfügung stehenden Energie umsichtig umgehen. Der Energiemensch ist ein Mensch, der heute schon an morgen denkt, der lieber mit seinem Hund durch den Wald rennt, als am Gotthard im Stau zu stehen und der die Gemeinden in ihren energiepolitischen Anstrengungen unterstützt, sei es an der Urne, sei es durch eigenes Engagement. Der Energiemensch ist der Mensch der Zukunft, so wie die Energiestadt die Stadt der Zukunft ist. Energiestädte und Energiemenschen in stetigem Dialog – das ist die beste Voraussetzung für unsere Zukunft und die unserer Kinder und Enkel.

Daniela Bomatter, Geschäftsführerin EnergieSchweiz

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