Elektra

66 Prozent Rabatt auf der nächsten Stromrechnung


Die Situation auf dem Strommarkt ist derzeit herausfordernd wie nie und die Klagen vieler Stromversorgungsunternehmen entsprechend laut: Sie seien wegen der tiefen Strompreise am Rande des Ruins, sie müssten – obwohl es ihnen im Herzen zutiefst zuwider sei – nun gar für die Produktion von Strom aus Wasserkraft unterstützt werden. Aber es gibt auch Unternehmen in der Branche, die sich den Herausforderungen gewachsen sehen und gar imposante Rabatte gewähren können. Dazu zählt die Genossenschaft Elektra Jegenstorf.

An ihrer ordentlichen Generalversammlung vom 13. Mai 2015 trafen sich nicht Finanzakrobaten wie Martin Ebner, der vor kurzem in Bezug auf sein Alpiq-Engagement ja verlauten liess, dass er sein Geld hier investiere, weil der Staat diese Firma schon nicht Konkurs gehen lassen werde. Nein, in der Berner BEA-Halle kamen am vergangenen Mittwoch beinahe 600 Genossenschafter zusammen und liessen sich über das abgelaufene Geschäftsjahr informieren. Es war, wie Direktor Andreas Zimmermann berichten konnte, ein durchwegs erfreuliches Jahr: 93 Prozent aller Kunden sind auf Strom aus Schweizer Wasserkraft abonniert, jede dritte neugebaute PV-Anlage in der Region wurde von der Elektra geplant. Armin Meier, Energieberater der Elektra, hat das Ziel vorgegeben, möglichst jeden Neubau in der Region im Plusenergiehaus-Standard zu erstellen. Dank der aktiven Elektra hat die KEV für die Region eine positive Bilanz: Über die Elektra werden von den Endkonsumenten KEV-Beiträge in der Höhe von 0,9 Mio Fr. eingezogen, doch fliessen aus dem KEV-Topf parallel 1,1 Mio Franken an die Anlagenbetreiber der Region zurück – also ein Nettogewinn. Das Geschäftsjahr 2014 verlief blendend: Neben einer Verzinsung von 6 Prozent auf dem Genossenschaftskapital konnte der Verwaltungsratspräsident Ernst Moser bekanntgeben, dass die Strombezüger auf der Rechnung für das 2. Quartal einen Rabatt von 66 Prozent auf dem gekauften Strom erwarten können.

Betrachtet man die Geschäftsberichte 2014 der verschiedenen Elektrizitätsunternehmen, dann stellt man rasch fest, ob sie noch rückwärtsorientiert der guten alten Zeit nachweinen oder die Chancen des Wandels gepackt haben. Bei der Genossenschaft Elektra liest man Schlagzeilen wie „Unsere Ziele wurden teilweise übertroffen“ oder „Wir sehen eine Chance für unsere Kunden, aber auch für uns als Energiedienstleisterin der Region“.

Im Anschluss an die ordentlichen Traktanden skizzierte ich der Versammlung, was der Bund mit Blick auf die Energiestrategie 2050 von einem regionalen Unternehmen wie der Genossenschaft Elektra erwartet. Im Zentrum steht selbstverständlich die Versorgungssicherheit, welche von der Elektra seit langer Zeit klug gewährleistet wird. Sie macht ihren Kundinnen und Kunden mit verschiedensten Angeboten die erneuerbaren Energien sowie Investitionen in die Energieeffizienz schmackhaft. Daneben bereitet sie sich mit Innovationen wie der Energieberatung oder dem Erstellen erster dezentraler Speicherlösungen auf die neue Energiewelt vor. Sie beschafft Elektrofahrzeuge, weil sie sich mit diesem Business wie auch mit dem Laden, Speichern und Abrechnen vertraut machen will. Sie ist bereit für die volle Marktöffnung, die sie voll und ganz befürwortet, weil sie sich davon konkrete Vorteile und neue Kunden verspricht.

Bei Unternehmen wie der Elektra macht die Teilnahme an der Generalversammlung Freude, nicht nur wegen der erfreulichen Berichte und der positiven Zahlen, der Kapitalverzinsung sowie dem generell positiven Spirit, sondern auch wegen der starken Verankerung der Firma bei ihren Genossenschaftern.

Walter Steinmann, Direktor BFE