Immobilien und Tiefenlager: Kein Preiseinbruch zu erwarten


Wie wirkt sich ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle auf die Preise der umliegenden Immobilien aus? Das war und ist eine der häufigsten Fragen, die die betroffene Bevölkerung BFE-Vertretenden stellt – und ebenso von den Medien nach Veröffentlichung der SÖW nachgefragt wird. Diese Studie untersucht zwar die Auswirkungen eines Tiefenlagers auf über 40 Aspekte aus Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt, nicht aber jene auf die Immobilienpreise. Der Grund: Diese Effekte wurden in einer separaten, 2011 veröffentlichten Studie untersucht. Demnach wirken sich Tiefenlager für radioaktive Abfälle kaum auf Immobilienpreise aus, die Abwertungen dürften über einen einstelligen Prozentbereich nicht hinausgehen.

In einem ersten Schritt hatte die Studienautorenschaft eine Literaturrecherche durchgeführt. Sie fand keine Hinweise darauf, dass Preise von Liegenschaften wegen Bauten der Nuklearenergie stark einbrechen. Der Wert von Immobilien sank jeweils um drei bis zehn Prozent, womit nukleare Bauten eine ähnliche Wirkung auf den Preis entfalten wie Lärm oder Luftverschmutzung durch nicht-nukleare Aktivitäten.

Die Autorenschaft hielt aber auch fest, dass die Auswirkungen auf die Immobilienpreise nicht exakt quantifiziert werden können, da in der Schweiz Erfahrungswerte mit Tiefenlagern fehlen würden und der Prognosehorizont ausserordentlich lang sei. Sie formulierte zwei Empfehlungen, die das BFE mittlerweile umgesetzt hat. Erstens sollte analysiert werden, wie gut die Oberflächenanlage in einer Region zu sehen wäre. Die Analyse erfolgte mittels SÖW. Zweitens wurde mit einer Haushaltsbefragung die Einschätzung der Schweizerinnen und Schweizer erfragt, um herauszufinden, wie die «Beeinträchtigung Tiefenlager» persönlich wahrgenommen wird. Dazu bald mehr in einem nächsten Blogbeitrag.

Simone Brander, Leiterin Grundlagen Entsorgung, BFE