Anfang April habe ich mit meinem Praktikum beim Bund begonnen. Genauer gesagt arbeite ich im UVEK bzw. BFE in der Abteilung EE (Energieeffizienz und Erneuerbare Energien) in der FU (Führungsunterstützung). Mich hat in den ersten sechs Wochen v.a. eines erfasst: die Abwechslung. Nicht nur im Rahmen der verschiedenen Sektionseinführungen lernte ich verschiedene Abkürzungen kennen. So durfte ich etwa die STN für die EnV16Z sammeln. Das ist Politik! Akteure wie der VSE, der HEV, die GGS, die SES oder die IGEB argumentieren knallhart für oder gegen die Erhöhung des Netzzuschlags. Stimmt der BR der Neufestlegung zu, ist die Finanzierung der PV-Anlagen durch die KEV und EIV (Einmalvergütung) zumindest vorläufig gesichert.

Als Historiker habe ich seit jeher ein Flair für Recherchen, umso mehr freut es mich für den Vizedirektor Daniel Büchel (bud) Nachforschungen anzustellen, zum Beispiel über die EEG-Umlage oder IEA-Zahlen. Wussten Sie, dass in Graubünden von 1900 bis 1925 ein Automobilfahrverbot galt? Speziell wird mir eine Recherche in Erinnerung bleiben, als mir ein Experte der ElCom am Telefon fünf Minuten lang leidenschaftlich im Fachjargon erklärte, wie die EEX-Preise, Art. 6 der EnV und 100 MWh zusammenhängen. Des Weiteren helfe ich mit bei der Beantwortung von Bürgeranfragen zur Fensteretikette oder aktualisierte Tabellen für die EnDK.

Auffällig finde ich zudem die Offenheit innerhalb des BFE. Bisher habe ich alle hilfsbereit und auskunftsfreudig erlebt – vom Fachspezialist bis zum GL-Mitglied. Beleg für diese OFENheit ist dieser Blog. Spass beiseite. Da ich nun die Abkürzungen entschlüsseln kann, werde ich mich gerne auf die spannenden Inhalte dahinter stürzen. Da wäre zum Beispiel die KELS, die schon bald in die Vernehmlassung (VL) geht. Ob es mir reicht, alle Inhalte der Energiestrategie 2050 bis im März 2016 zu entdecken? Das ist m.E. unmöglich. Gerade deshalb freue ich mich. So blicke ich erwartungsvoll in Richtung der kommenden zehn Monate. Wenn ich nicht weiterkomme, mache ich einfach einen Umweg, um beim nächsten Mal eine Abkürzung zu nehmen.

MFG und A+
bal, HSP

PS: Wir suchen aktuell zwei Hochschulpraktikanten. Hier geht es zum Stellenangebot.

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Das BFE ist ja DAS Kompetenzzentrum der Schweiz, wenn es um Energiefragen geht. Das sieht man nur schon, wenn man einen Blick auf das Stellenportal wirft: Da werden kompetente Fachpersonen für die Kernmaterialsicherheit. Talsperren, Photovoltaik und Wasserkraft gesucht. Bei mir als Politologe, der sich in das Reich der Physiker, Ingenieure und Geologen wagt, löst das durchaus eine gewisse Verunsicherung aus, da ich mich nur mit nacktem Grauen an den gymnasialen Physikunterricht mit Glühbirnen, Schaltkreisen und dem Einheitenwirrwarr um Watt, Volt und was es sonst noch so gibt, zurückerinnere.In der ersten Arbeitswoche musste ich mich wirklich ein paar Mal hintersinnen und nachfragen, wie das mit den thermochemischen Prozessen bei den Wärmespeichern oder dem U-Wert von Hochleistungswärmedämmstoffen genau aussieht.Mittlerweile darf ich behaupten, dass sich die Informationen aus diesen (Fremd-)Gebieten auch bei mir langsam aber sicher setzen. Der interne Austausch von Fachwissen wird am BFE rege gepflegt und geschätzt und beschränkt sich, wie ich nach kurzer Zeit bemerkt habe, nicht nur auf die naturwissenschaftliche Komponente der Energie.

Die Verbreitung von Wissen ist gleichzeitig eine meiner Haupttätigkeiten als Hochschulpraktikant: ‚Meine‘ Sektion beschäftigt sich einerseits mit der anspruchsvollen Bewertung von innovativen Pilot- und Demonstrationsprojekten für erneuerbare Energien und der strategischen Ausrichtung der nationalen Cleantech-Strategie. Andererseits befinde ich mich im BFE an der Schnittstelle von Energie-Forschung, Industrie und Markt und helfe mit, zwischen diesen Bereichen Kontakte zu knüpfen, den Austausch von komplexen Informationen zu fördern und das ‚Gärtlidenken‘ zu verringern. Kurz: Ich betreibe WTT (Wissens- und Technologietransfer). Da ist es doch von Vorteil, dass schon mal amtsintern über den eigenen Tellerrand hinaus geschaut wird. Meistens…

Und Sie? Haben Sie heute schon den Horizont erweitert? Falls nicht: Schauen Sie doch mal hier vorbei.

Lorenz Kammermann, Sektion Cleantech

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