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Rund 400 Bürgeranfragen haben das Bundesamt für Energie seit Januar 2018 auf digitalem, postalischem oder telefonischem Weg erreicht. Sie sind in deutscher, französischer, italienischer und auch in englischer Sprache verfasst und beinhalten Fragen zur energiepolitischen und energiewirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz, Europas und der Welt. Anfragen zu einigen Themen beantwortet das BFE regelmässig: Kernkraftwerkssicherheit, Gebäudeprogramm, CO2-Emissionen  – andere wiederum sind eher selten. So wie die telefonische Anfrage von Herrn Maier* vom 8. Mai. Er möchte im Kontext des neuen Energiegesetzes wissen, ob es stimmt, dass der Bitcoin-Betrieb durch Computernetzwerke so viel Energie benötigt, wie Dänemark im Jahr konsumiert. Die Antwort des Bundesamts für Energie ist folgende:

Sehr geehrter Herr Maier*

Besten Dank für Ihre Anfrage.

Wie Sie richtig vernommen haben, verursacht das Netzwerk für die Kryptowährung Bitcoin einen so hohen Energieverbrauch, dass dieser bereits den Energiekonsum verschiedener Länder übersteigt. Verantwortlich dafür ist die hohe Rechenleistung, die für das Schürfen (englisch: mining) von Bitcoins benötigt wird. Ohne vertieft in die Details zu gehen, handelt es sich beim Schürfen grob zusammengefasst um die Validierung von Bitcoin Transaktionen. Das Schürfen erfolgt anhand eines bestimmten Konsens-Protokolls. Bei Bitcoin ist dies das Protokoll „Proof of Work“, welches besonders rechen- und dadurch energieintensiv ist. Aufgrund der hohen Energieintensität befinden sich die Schürfer von Bitcoins meist in Ländern, wo Überschussenergie vorhanden ist und dadurch die Energiekosten tief sind und wo ein kühles Klima vorherrscht, um die Kosten zur Kühlung der Hardware zu reduzieren. Zurzeit sind vor allem China, Island oder Kanada hoch im Kurs. Auch in der Schweiz wird nach Kryptowährung geschürft. Zum Beispiel hat sich vor kurzem die Firma Alpine Mining in der Walliser Gemeinde Gondo niedergelassen. Sie schürft nach Ethereum, der zweitgrössten Kryptowährung nach Bitcoin. Günstiger Strom aus Wasserkraft und das kühle Klima waren ausschlaggebend für die Standortwahl. Die Anlage in Gondo kommt zurzeit auf eine Leistung von 350 Kilowatt, was einem Stromverbrauch ca. 3 Gigawattstunden Strom entspricht (ungefähr 600 Durchschnittshaushalte).

Die ganze Blockchain-Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, entwickelt und verbessert sich aber rasant. Bitcoin ist die erste Kryptowährung, welche auf der Blockchain-Technologie basiert. Seither sind unzählige weitere Kryptowährungen und Blockchain-Anwendungen entstanden und es werden vermehrt neue Konsens-Protokolle angewendet, welche die nötigen Rechenleistungen stark reduzieren und dadurch Transaktionszeiten verkürzen, Transaktionskosten senken und viel weniger Energie benötigen.

Kurzfristig ist somit mit einem Energieanstieg aufgrund von Bitcoin und Co. zu rechnen. Langfristig wird aber davon ausgegangen, dass der Fortschrittsgewinn, welche die Blockchain-Technologie mit sich bringt, wie beispielsweise vereinfachte Prozesse etc., den Mehrverbrauch an Energie wettmacht.

Wir hoffen, Ihre Frage hiermit ausreichend beantwortet zu haben, ohne vertieft in die technischen Aspekte einer Blockchain einzutauchen. Im Internet finden Sie unzählige Artikel, welche sich mit dem Thema befassen. Zudem weisen wir Sie gerne darauf hin, dass die Stiftung für Technologiefolgen-Abschätzung (TA Swiss) gegen Ende Jahr eine Studie veröffentlichen wird, welche das Thema fundiert analysiert und für Laien verständlich erläutert.

Freundliche Grüsse

Markus Bareit, Dr. sc. ETH

Fachspezialist Energieversorgung und Monitoring, BFE

*Name von Redaktion geändert

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