Was nach dem Watt d’Or geschah: Photovoltaik und Energieeffizienz bei der Migros


Bereits zum zweiten Mal wurde das grösste Solarkraftwerk der Schweiz bei der Migros Verteilbetrieb Neuendorf (MVN) AG erweitert. Mittlerweile werden mit einer installierten Leistung von 7,76 Megawatt (MW) jährlich rund 7.2 Millionen Kilowattstunden Strom produziert, soviel wie fast 2‘000 Haushalte verbrauchen, also genug für ein grosses Dorf. Bereits über 90 Solaranlagen produzieren nun nachhaltigen Strom auf Migros-Dächern. Die ältesten seit 36 Jahren, als Photovoltaik noch etwas für Technik-Abenteurer war.

Photovoltaik ist nicht nur etwas Nützliches, sondern auch etwas Schönes. Auf Wikipedia ist die Anlage der MVN AG sogar als einzige Sehenswürdigkeit von Neuendorf SO aufgeführt. Wer eine PV-Anlage baut, kann sich der Schulterklopfer sicher sein, was auch gut und recht ist.

Ein wenig anders sieht es bei der Energieeffizienz aus. Stromsparen bietet keine Hingucker. So schöne Bilder wie die Luftaufnahmen einer PV-Anlage gibt es davon nicht. Nicht selten findet die Energieeffizienz in dunkeln Technikräumen statt, keine ideale Kulisse für schicke Aufnahmen.

Trotzdem haben wir bei der Migros die Energieeffizienz als Hauptpfeiler unserer Migros Klima- und Energiestrategie 2020 bestimmt. Denn nach wie vor ist die umweltfreundlichste Kilowattstunde immer noch die eingesparte, oder nie verbrauchte Kilowattstunde. Das Eine (Energieeffizienz) tun und das Andere (Photovoltaik) nicht lassen, ist unser Credo.

Damit wir unseren ambitionierten Zielen gerecht werden, müssen alle Mitarbeitende ihren Beitrag leisten. Management, Projektleiterinnen, Techniker, Filialpersonal, Bäcker, Köchinnen und viele mehr helfen mit, die Ziele zu erreichen.

Gerade die MVN AG ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Unter den erwähnten Solarpanels lagern tausende Tiefkühlprodukte, welche auf die Auslieferung in die Filialen warten. In der Kältezentrale sorgen riesige Verdichter dafür, dass die Lager immer genug kühl sind. Die Abwärme der Kälteanlagen wird via Wärmepumpe zur Beheizung der ungekühlten Lager und Büros genutzt. Alles in allem eine ziemlich komplexe Anlage. „Plug and play“ funktioniert da nicht. Wenn kleinste Details keine Beachtung finden, resultieren sofort hohe Mehrverbräuche. Laufen z.B. die Tiefkühlverdichter nicht ideal, tut das die Wärmepumpe am anderen Ende der Anlage auch nicht. Dann wird Öl zur Beheizung der Gebäude verbrannt. Weil jedoch bei der MVN AG der Energiereport regelmässig gecheckt wird, werden solche Fälle auch sofort bemerkt und korrigiert. So darf sich die Anlage der MVN AG wohl zu den effizientesten weltweit zählen. Ganz ähnlich sieht es in den anderen Migros Betrieben aus.

Sie werden immer wieder von neuen Photovoltaikanlagen in der Migros hören, ganz sicher. Ebenfalls sicher ist, dass wir der Energieeffizienz weiterhin höchste Beachtung schenken. Sei es in dunklen Technikräumen, wohlduftenden Backstuben oder in der Küche der Migros-Restaurants. Davon werden Sie jedoch nicht so oft hören, es fehlen eben die hübschen Bilder dazu.

Andreas Moser, Projektleiter Energieeffizienz und Klimaschutz beim Migros-Genossenschafts-Bund

Ein Kommentar zu “Was nach dem Watt d’Or geschah: Photovoltaik und Energieeffizienz bei der Migros”

  1. Top Blogbeitrag…

    Energieffizienz ist ein wichtiger Baustein der ES 2050, der bisher in der öffentlichen Wahrnehmung zu wenig Aufmerksamkeit erhält!

    Wie vom Autor angetönt wird das Thema Energieffizienz oft zu unrecht negativ mit Verzicht und dem Sparen assoziiert.

    Pro Kilowatt und ENAW sind erfolgreiche Konzepte die ausgebaut werden sollten…

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