Das Tiefenlager – unser neuer Nachbar?


«Wie würden Sie es beurteilen, wenn sich ein Atomendlager in Ihrer Nähe befinden würde?» Diese Frage liess das BFE zum dritten Mal im Rahmen der Immo-Barometer-Befragung untersuchen. Die repräsentative Studie zu den Einschätzungen der Deutschschweizer Bevölkerung zeigt interessante Ergebnisse.

Die befragten Personen konnten angeben, ob sie Infrastrukturanlagen wie Autobahnen, Mobilfunkantennen, Industrieanlagen oder Kernkraftwerke positiv oder negativ einschätzen oder ob ihnen solche Anlagen in der Wohnumgebung egal sind. Von allen Infrastrukturanlagen werden Kernkraftwerke, Zwischenlager für radioaktive Abfälle und geologische Tiefenlager (Atomendlager) am negativsten empfunden. Seit der ersten Befragung 2012 hat die negative Einschätzung zwar abgenommen, doch wird die mögliche Nähe dieser drei Atomanlagen noch immer von rund 80 Prozent als negativ beurteilt.

In der Studie wurden auch die sechs Standortregionen des Auswahlverfahrens für geologische Tiefenlager untersucht. In den Standortregionen werden mögliche Atomanlagen etwas weniger negativ beurteilt als in der Deutschschweiz insgesamt, ansonsten sind die Unterschiede gering.

Interessant ist der markante Unterschied zwischen der tatsächlichen und der möglichen hypothetischen Nähe solcher Infrastrukturanlagen: Wer bereits in der Nähe von Kernkraftwerken wohnt, schätzt diese gar nicht so negativ ein, Autobahnen oder Eisenbahnlinien werden sogar recht positiv beurteilt. Auf die hypothetische Frage, wie man denn neue Infrastrukturanlagen in der Wohnumgebung beurteilen würde, fallen die Einschätzungen hingegen viel negativer aus.

Das BFE erarbeitet zurzeit ein Monitoring-Konzept für die langfristige Beobachtung und Dokumentation der weiteren Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. Dieses Konzept  wird nächstes Jahr veröffentlicht.

Stefan Kreis, Fachspezialist Projekte Tiefenlager beim BFE

3 Kommentare zu “Das Tiefenlager – unser neuer Nachbar?”

  1. aus den ersten Seiten der Studie
    „Mittels zusätzlicher Fragen werden die Probanden befragt, was Sie von verschiedenen
    Infrastrukturobjekten in der Nähe Ihres Wohnsitzes halten.“

    Deutsche Sprake, schwere Sprake- Redaktionelle Ueberarbeitung sollte selbstverständlich sein, oder?

    In so einer zusammenfassung kommt das Wort SIE sicher nicht als Anrede vor!
    und die Probanden waren hoffentlich beiderlei Geschlechts? sogar BundesrätInnen haben es sich angewöhnt in der Oeffentlichkeit beide anzusprechen,a uch wenn es umständlich wirkt.
    Ich erwarte von schriftlichen erzeugnissesn des Bundes die gleiche Sorgfalt.

    Frohe Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr !

    mit freundlichen Grüssen
    D. Hornung

    1. Eine Aufgabe für die Dudenredaktion: In der Mehrzahl könnte, wie in lateinstämmigen Sprachen üblich, nur eine Geschlechtsform verwendet werden. Unsere oft übertriebene politische Korrektheit, z.B. „alle Ingenieure und Ingenieurinnen . . .“ wirkt eher kompliziert und manchmal auch lächerlich.

    2. „zusammenfassung“ schreibt man übrigens auch GROSS und es sind keine „erzeugnissesn“, sondern „Erzeugnissen“. Ebenfalls Frohe Weihnachten!

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