Lösungen für eine Welt im Wandel


So lautete das Motto des diesjährigen Geo-Gipfeltreffens der Schweiz, dem GeoSummit. Räumliche Information und deren Analyse unterstützen Lösungen vielfältiger Herausforderungen einer sich ständig wandelnden Welt. Insbesondere für die Energiethematik scheint dieser Slogan massgeschneidert.

Dem Thema Energie wurde dann auch ein ganzer Tag mit spannenden Präsentationen und Diskussionen gewidmet. Referentinnen und Referenten aus Forschung, Privatwirtschaft und Verwaltung zeigten diverse Neuheiten:

  • Mit der zunehmenden Nutzung von Erdwärme können Nutzungskonflikte entstehen, da bei der Bohrung mit seitlichen Drifts von mehreren Metern zu rechnen ist. So landet die Erdwärmesonde plötzlich unterhalb der Nachbarsparzelle. Anhand eines neu entwickelten Diagnosesensors der Firma Eberhard & Partner AG können diese seitlichen Drifts besser überwacht und somit vermieden werden.
  • Der Gebäudepark der Schweiz ist für rund 40 Prozent des Energieverbrauchs der Schweiz verantwortlich. Die ETH Zürich hat eine Anwendung entwickelt, welche dem Hauseigentümer wertvolle Hinweise für die energetische Gebäudesanierung bietet.
  • Mit sonnendach.ch wird auf einfache Art und Weise vermittelt, wie viel Strom oder Wärme ein Hausdach produzieren könnte. Die Solarpotenzialanalyse der Firma Meteotest wurde anschaulich dargelegt. Zudem wurde durch das BFE aufgezeigt, wie das komplexe Thema für die Öffentlichkeit anhand einer Web-App zugänglich gemacht wurde.
  • Bei der Planung von Stromleitungen gilt es räumliche Interessen zu berücksichtigen. Um diese Interessen besser abzubilden, hat die ETH Zürich ein Grundgesetz der Geographie konsequent umgesetzt: Naheliegende Objekte stehen stärker miteinander in Zusammenhang als entfernte Objekte. Die entwickelte Anwendung zeigt auf, dass mit diesem Ansatz räumliche Interessen differenzierter berücksichtigt werden können.
  • Eine verbesserte Planungsgrundlage für Windenergie steht seit kurzem auf windatlas.ch zur Verfügung. Die technischen Herausforderungen bei der Erarbeitung wurden durch die Firma Meteotest aufgezeigt. Insgesamt herrschen in der Schweiz gute Verhältnisse für die Nutzung der Windenergie.
  • Energieplanung stellt für Gemeinden eine Herausforderung dar. Es werden umfassende Planungsgrundlagen benötigt, um zielgerichtet Massnahmen zu ergreifen. Die HSR hat in Zusammenarbeit mit Gemeinden Methoden entwickelt, welche basierend auf existierenden Daten aus dem Gebäude- und Wohnregister (GWR) wertvolle Erkenntnisse generieren. Entscheidend ist jedoch die Datenqualität, welche die Gemeinde jedoch selbstständig positiv beeinflussen kann, in dem sie das GWR nachführt.

Wie an der Swissbau war auch am GeoSummit ein Trendthema das sogenannte Building Information Modeling (BIM). Kurz gesagt geht es dabei um die Digitalisierung des Bauens und die damit verbundene Optimierung des Bauprozesses. Die digitale Modellierung eines Gebäudes ist dafür die Grundlage. Eine Herausforderung dabei ist die Verknüpfung mit der Geoinformations-Welt. Wie kann gewährleistet werden, dass die genauen 3D-Stadt- und Landschaftsmodelle der Schweiz mit den digital modellierten Gebäuden in Beziehung gebracht werden können? Insbesondere für SmartCities wäre dies ein grosser Gewinn: Sollen in Arealen Gebäude intelligent zusammenarbeiten, um beispielsweise die Energieeffizienz zu optimieren, kann dies nur anhand der Digitalisierung und Vernetzung dieser Informationen geschehen.

Am GeoSummit erfolgte ein spannender Austausch der Geoinformations-Branche, kräftig gewürzt mit viel Energie.

Martin Hertach, Fachspezialist Geoinformation beim BFE

Bild: Begrüssungsrede von Bundesrat Guy Parmelin am diesjährigen GeoSummit (Quelle: http://www.geosummit.ch).

Der GeoSummit 2016 bei Twitter.