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Die Seite «Kann-ich-bohren.ch» im Internet aufrufen, Adresse eingeben, und schon erfährt man, ob eine Erdwärmesonde am gewünschten Standort in der Schweiz grundsätzlich möglich ist. Seit 2022 gibt es diese Möglichkeit. Nun wurde die Applikation komplett überarbeitet. Dabei wird modernste Digitaltechnologie und -infrastruktur genutzt.

Die Frage, ob eine Bohrung für eine Erdwärmesonde durchgeführt werden darf, lässt sich für jedes beliebige Gebäude, vom Einfamilienhaus bis zum Industriegebäude, in der Schweiz beantworten. «Erdwärme» ist Energie, die in Form von Wärme unterhalb der Erdoberfläche gespeichert ist.

Erdwärme ist eine erneuerbare Energiequelle, die hilft, fossile Energien zu ersetzen und CO-2-Emissionen zu senken. Weil Erdwärmesonden direkt in den Untergrund eingreifen und das Grundwasser beeinflussen können, braucht ihre Erstellung in der Schweiz eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung. Bei der Planung müssen deshalb öffentlich-rechtliche Einschränkungen wie Gewässerschutzzonen berücksichtigt werden.

Mit der Online-Plattform «Kann-ich-bohren.ch» lässt sich seit 2022 einfach prüfen, ob an einem Standort grundsätzlich Erdwärmesonden möglich sind. Adresse eingeben – und sofort erscheinen Hinweise zu Zulässigkeit und Schutzbestimmungen.

Die neue Anwendung wurde von den Geoinformatik-Spezialisten des Bundesamtes für Energie (BFE) in Zusammenarbeit mit Dienstleistern entwickelt. Welche Vorteile bringt die neue Applikation und wie gefragt ist sie bei Nutzerinnen und Nutzern? Energeiaplus hat bei Olivier Monod nachgefragt, Fachspezialist Geoinformation und Digitalisierung im BFE.

Die Applikation liefert eine erste Einschätzung, ob eine Erdwärmesonde realisiert werden könnte. Grundlage waren bei der alten Anwendung kantonale Daten. Die waren sehr unterschiedlich. Wie sieht es bei der neuen Anwendung aus?

Olivier Monod ist Fachspezialist im Digital Innovation Office des BFE; Bild: BFE

Olivier Monod: Die neue Applikation baut wie bisher auf den offenen kantonalen Geo-Daten auf. Allerdings sind die Daten der Kantone unterschiedlich. Wir mussten daraus einheitliche und verständliche Aussagen für alle Orte in der Schweiz ableiten. Nach Eingabe der Adresse erhalten die Userinnen und User eine erste Einschätzung für eine mögliche Geothermie-Bohrung. Diese ist in drei Kategorien gegliedert: Möglich, mit Einschränkungen möglich, verboten.

Leider sind noch nicht für alle Kantone die entsprechenden Daten verfügbar: die Kantone Basel-Stadt, Neuenburg und Solothurn fehlen noch, da ihre Daten nicht digital und maschinenlesbar abrufbar sind, beziehungsweise weil sie keine Karte veröffentlichen, die die Möglichkeit für Erdwärmesonden zeigt.

Was sind die wichtigsten Neuerungen der Anwendung?

Wir haben die Anwendung technisch komplett neu aufgestellt. Ihr Betrieb war wartungsintensiv, Sicherheitslücken traten immer wieder auf und mussten behoben werden. Der Automatisierungsgrad war insgesamt nicht zufriedenstellend. Die Erfahrung für die Userinnen und User war nicht ideal, die Informationen waren recht unübersichtlich. Wir haben das überarbeitet und die Anwendung nun neu auch für mobile Geräte wie Tablets oder Smartphones fit gemacht.

Inhaltlich hat sich auch etwas getan. Zusätzlich zur ersten Einschätzung teilt die Anwendung dem Nutzer respektive der Nutzerin für die ausgewählte Adresse in einem separaten Kasten gleich auch den Link zur zuständigen kantonalen Stelle mit, bei der der Genehmigungsantrag gestellt werden muss. Weiter erhält die Userin respektive der User auch den Link zum kantonalen Geoportal, das die Basiskarte bereitstellt. Diese Info gibt es auch für Kantone, die keine Daten zur Verfügung stellen. Ausserdem werden mehrere nützliche Links zur Geothermie, zur Nutzung der Erdwärme, sowie zu Anbietern, die auf die Planung und Aufführung von Erdwärmesonden spezialisiert sind, angegeben.

Das heisst also, es hat sich technisch recht viel geändert. Konnte dabei auf der bestehenden App aufgebaut werden?

Die Anwendung ist das erste öffentlich sichtbare Ergebnis der laufenden digitalen Transformation des BFE unter Nutzung einer Cloud-Infrastruktur entsprechend der Strategie der Bundesverwaltung. Die zugrunde liegenden Software-Bausteine sind vollständig Open-Source, ebenso wie die produzierte Anwendung. Damit entspricht das BFE auch den Vorgaben aus dem EMBAG (Bundesgesetz über den Einsatz elektronischer Mittel zur Erfüllung von Behördenaufgaben), das Open Source zur Norm macht. Der Automatisierungsgrad ist sehr hoch. Was die Logik betrifft, übernimmt die neue Anwendung gewisse Konzepte der alten Version.

Was ist der Vorteil? Stichwort Kosten? Abhängigkeiten?

Die Kosten und die Abhängigkeit von externen Dienstleistern waren wichtige Faktoren. Die Beschaffungsgrundlage für diese Applikation lief aus. Zwar wäre eine Neuvergabe möglich gewesen. Doch die moderne Cloud-Technologie, die Abhängigkeiten zu externen Dienstleistern und der administrative Aufwand im Betrieb waren ausschlaggebend dafür, die neuen digitalen Möglichkeiten des BFE auszuprobieren. Unsere Ziele waren, eine instabile, ressourcenaufwändige Lösung zu vermeiden, externe Abhängigkeiten zu reduzieren, Kosten zu sparen und von neuen Funktionalitäten, die moderne Technologie bietet, zu profitieren. Dies haben wir erreicht.

Zum Schluss: Die Seite «kann-ich-bohren.ch» besteht seit 2022. Wie gefragt war diese Anwendung bisher?

Es gibt praktisch keine Statistiken oder Nutzungszahlen für die alte Anwendung. Auch wenn die Zulassungskarten wahrscheinlich hauptsächlich über die kantonalen Geoportale abgerufen werden, kann davon ausgegangen werden, dass die neue Anwendung dank ihrer einfachen Suchfunktion sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen einen Mehrwert bietet

Das Monitoring wurde bei der neuen Anwendung verbessert. In der neuen Cloud-Infrastruktur BFE verfügen wir über einen strukturierten und leicht zugänglichen Überblick über die Nutzungsstatistiken, der vollständig automatisiert ist und keine zusätzlichen Kosten verursacht. Derzeit beobachten wir durchschnittlich etwa 200 Nutzungen pro Tag.

Interview: Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie BFE

 

 

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Dr. Benedikt Vogel, Wissenschaftsjournalist, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)
Bild: BAUG, ETH Zürich / Nightnurse Images (2024)

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