Reifenetikette

Mit besseren Reifen in den Frühling


Mit dem Frühlingsbeginn wandern die Winterstiefel in den Schrank, und die Sommerschuhe kommen wieder zum Einsatz. Selbiges gilt fürs Auto – die steigenden Temperaturen zeigen den anstehenden Wechsel auf die Sommerreifen an. Aus Sicherheitsgründen, aber auch vom Treibstoffverbrauch und vom Lärmausstoss her lohnt sich der Wechsel auf einen gut gewählten Sommerreifen, zum Beispiel in Verbindung mit einem Komplettrad. Das „Ausfahren“ von Winterreifen ist verbreitet, empfiehlt sich aber nicht, weil der Verschleiss grösser und die Bremswege länger sind.

Den sachkundigen Entscheid für einen sicheren, energieeffizienten und leisen Reifen unterstützt die Reifenetikette. Die Bedeutung der Reifenwahl lässt sich in Zahlen widerspiegeln:

• Treibstoffeffizienz: Rund 20 Prozent des Treibstoffverbrauches werden durch die Reifen verursacht. Dieser Wert setzt sich zu 16 Prozent aus dem Rollwiderstand und zu 4 Prozent aus dem Luftwiderstand der Reifen zusammen. Ein um 10 Prozent geringerer Rollwiderstand senkt den Treibstoffverbrauch um ca. 1,5 Prozent – die Treibstoffeinsparung zwischen Reifen der Klassen A und G beträgt in etwa 0.5 Liter pro 100 Kilometer.
• Lärmemission: Das Abrollgeräusch der Reifen trägt bei Personenwagen ab 25 km/h am stärksten zur Lärmbelastung bei. Wären alle Autos mit Reifen der nächst besseren Effizienzklasse unterwegs, so entspräche dies einer wahrgenommen Halbierung der Anzahl Fahrzeuge. Damit würden insgesamt 650‘000 Personen alleine in der Schweiz von übermässiger Lärmbelastung befreit. Die hohen externen Kosten des Lärms von heute 1.4 Milliarden Franken lassen sich damit reduzieren.
• Sicherheit: Die auf der Reifenetikette angegebene Haftung auf nasser Strasse ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Der Bremsweg bei einer Geschwindigkeit mit 80 km/h kann mit Reifen der Klasse A im Gegensatz zur Klasse F um bis zu 18 Meter kürzer sein.

Auch wenn Qualitätsreifen etwas teurer sind, so lohnen sich die höheren Anschaffungskosten: Bei der Ausstattung eines Personenwagens mit Reifen der Klasse A anstelle von Reifen der Klasse F fällt über die gesamte Lebensdauer eines Reifensatzes eine Einsparung von rund 200 Franken netto an.

Um die breite Bevölkerung für das Thema Reifenwahl zu sensibilisieren, geht die Kampagne „Bessere Reifen“ der Bundesämter für Umwelt (BAFU), für Strassen (ASTRA) und für Energie (BFE) sowie mit Partnern aus der Branche diesen Frühling in die Endrunde. „Sie können das Rad neu erfinden: mit besseren Autoreifen“: Plakate und Internet-Banner machen darauf aufmerksam, dass sich mit den richtigen Pneus schneller bremsen, leiser fahren und Treibstoff sparen lässt.

Sebastian Dickenmann, Fachspezialist Mobilität

 

 

Ein Kommentar zu “Mit besseren Reifen in den Frühling”

  1. Sommerreifen

    Sommerreifen sind für Straßenverhältnisse ohne Schnee und Eisglätte ausgelegt. Ihre Gummimischung wird auch bei hohen Temperaturen nicht zu weich; auch bei hoher Geschwindigkeit ist die Abnutzung relativ gering. Hersteller wählen im Zielkonflikt zwischen zueinander in Konflikt stehenden Anforderungen – z. B. einem möglichst geringem Rollwiderstand bei gleichzeitig guter Haftreibung (Bodenhaftung bei Nässe) – einen Kompromiss.

    Mit abnehmender Profiltiefe verschlechtert sich das Verhalten bei Regen, Aquaplaning tritt früher auf. Gesetzlich sind daher 1,6 mm Profiltiefe gefordert. Der ADAC empfiehlt für Sommerreifen mindestens 3 mm Profiltiefe.

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