Energie-Effizienz

Der Begriff Energieeffizienz beschreibt die rationelle Verwendung von Energie. Dabei geht es um das Verhältnis von Energieertrag (Output) zur zugeführten Energie (Input). Das Ziel der Energieeffizienz ist es, durch optimierte Prozesse die qualitativen und quantitativen Verluste, die bei der Umwandlung, dem Transport und der Speicherung von Energie entstehen, zu minimieren. Solche Verluste treten im Alltag beispielsweise durch Stereoanlagen im Standby-Modus, schlecht isolierte Häuser oder sehr grosse Personenfahrzeuge auf.

Steigerung der Energieeffizienz

Die Steigerung der Energieeffizienz ist ein Grundpfeiler der Energiestrategie 2050 des Bundes. Dabei will man die Energieeffizienz mit Massnahmen in den Bereichen Gebäude, Mobilität, Industrie und Geräte.

Über 40 Prozent des Energieverbrauchs Schweiz und rund ein Drittel der klimaschädlichen CO2-Emissionen fallen im Gebäudebereich an. Zudem werden noch immer zwei Drittel der Gebäude fossil oder direkt elektrisch beheizt. Mit dem Gebäudeprogramm wollen Bund und Kantone den Energieverbrauch im Schweizer Gebäudepark senken und den CO2-Ausstoss reduzieren. Dafür werden energetische Sanierungen von Gebäuden mit finanziellen Beiträgen unterstützt. Erneuerbare Energien spielen hier eine zentrale Rolle. Je nach Kanton fördert das Gebäudeprogramm energetische Massnahmen wie die Dämmung von Dächern und Fassaden, die Nutzung alternativen Energiequellen wie Abwärme oder Wärmepumpen sowie den Einsatz regenerativer Energien wie Photovoltaik.

Der Verkehr ist für mehr als ein Drittel des Gesamtenergieverbrauchs und der CO2-Emissionen in der Schweiz verantwortlich. Im Rahmen der Energiestrategie 2050 werden die bestehenden Emissionsvorschriften verschärft. So sollen neu in Verkehr gesetzte Personenwagen bis Ende 2020 durchschnittlich nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen. Die Vorschriften werden zudem auf Lieferwagen und leichte Sattelschlepper ausgeweitet. Diese sollen bis Ende 2020 durchschnittlich noch 147 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen. Beide Massnahmen erfolgen in Übereinstimmung mit dem EU-Recht.

Mit wettbewerblichen Ausschreibungen werden Programme und Projekte unterstützt, die zu einem sparsameren Stromverbrauch im Industrie- und Dienstleistungsbereich sowie in Haushalten beitragen. Die Förderbeiträge werden über ein Auktionsverfahren vergeben. Dabei kommen Projekte und Programme mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis zum Zuge.

Energieverbrauch

Elektrische Energie für Geräte wird in unserer modernen Gesellschaft immer allgegenwärtiger. Weil ihre Zahl und der Energieverbrauch von Geräten in den letzten Jahren stetig gestiegen sind, hat die Effizienz dieser Geräte eine grosse Bedeutung. 2002 wurde in der Schweiz die erste Effizienzvorschrift für Elektrogeräte (Kühlschränke) eingeführt, gleichzeitig mit der Einführung der Energieetikette für die wichtigsten Haushaltgeräte und für elektrische Lampen. Seit 2010 sind die Effizienzvorschriften stets den technischen Fortschritten angepasst worden. Heute gibt es für alle Elektrogeräte eine generelle Vorschrift zum Stromverbrauch im Standby- und im Aus-Modus, damit Strom sparen leichter gemacht wird. Ausserdem gibt es Vorschriften zum Stromverbrauch diverser Haushaltgeräte, gewerblicher und elektronischer Geräte, elektrischer Antriebe und von elektrischem Licht. So haben fast alle Geräte, von Haushaltsgeräten bis zu Personenwagen, heute einen Energieausweis bzw. eine Energieetikette. Die Energieetikette klassifiziert eine Vielzahl von Geräten nach ihrer Energieeffizienz. Dabei werden gleiche Produkte miteinander verglichen und nach bestimmten Kriterien und Eigenschaften einer Energieeffizienzklasse zugeordnet. Das Ziel der Energieetikette ist die schnelle Übersicht über die Energieeffizienz der Produkte bei einer Neuanschaffung.

Energieeffizienz Experten können Auskunft darüber geben, wie im Alltag Energie gespart und die Energieeffizienz erhöht werden kann. Ein Beispiel für eine Energieeffizienz-Massnahme ist das Bauen einer Solaranlage auf dem eigenen Dach. Speist man den eigens produzierten Strom nicht einfach ins Stromnetz ein, sondern nutzt ihn direkt selbst für das eigene Gebäude, so muss man eventuell phasenweise keine Strompreise bezahlen, da man genug Strom für das eigene Zuhause produziert. Gemäss Energie Gesetz ist dies in der Schweiz seit Anfang 2018 möglich.

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