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Die Beleuchtung daheim, im Büro, auf der Strasse oder auf dem Fussballplatz braucht immer weniger Strom. 2024 betrug der Stromverbrauch 5.8 TWh. Das sind rund 32% weniger als im Spitzenjahr 2012. Das zeigt das Energiemonitoring Beleuchtung von EnergieSchweiz, dem Programm des Bundesamts für Energie für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Relativ zum gesamten Stromverbrauch der Schweiz sank der Anteil der Beleuchtung von 14.6% (2012) auf 10.1% (2024).

Etwas mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs (3.23 TWh) ging 2024 auf das Konto des Bereichs Dienstleistung. Darunter fällt beispielsweise die Beleuchtung in Läden oder Bürogebäuden. Rund ein Fünftel (1.18 TWh) verbraucht der Bereich Industrie für die Beleuchtung. In den Bereichen Wohnen (0.82 TWh) und Aussenbeleuchtung (0.54 TWh) sind die Anteile kleiner. Die Beleuchtung in Tunnel, bei Strassen oder Aussen-Sportplätzen gehört zur Aussenbeleuchtung.

Der Beleuchtungsmarkt befindet sich seit einigen Jahren in einem rasanten technologischen und strukturellen Wandel. Der grosse Sprung punkto Energieeffizienz geschah mit der LED-Technologie. Schätzungen gehen davon aus, dass LED (je nach Anwendungsbereich) mittlerweile cirka 70% der Leuchtmittel ausmacht.

Im Privatbereich beläuft sich der Anteil wegen der schon länger wirksamen Leuchtmittelverbote laut dem BFE-Experten Stefan Bormann  wohl eher schon bei 90%. Bei den privaten Anwendern ist der Anteil höher, da die in diesem Bereich verwendeten Leuchtmittel (vorwiegend Glühlampen, Lebensdauer 1000-2000 Std) schon länger von Leuchtmittelverboten betroffen sind.  In Neubauten werden seit zwei-drei Jahren nur noch LED-Leuchten eingesetzt.

Ist das Effizienzpotenzial bei der Beleuchtung damit ausgeschöpft? Wo liegen noch Verbesserungen drin? Stefan Bormann , Fachspezialist Effizienzsteigerungen und Wettbewerbliche Ausschreibungen im Bundesamt für Energie (BFE) gibt im Interview Antworten

Energeiaplus: Der Stromverbrauch für die Beleuchtung machte 2024 noch 10% am Gesamtstromverbrauch in der Schweiz aus? Wie ist dieses Resultat zu werten?

Stefan Bormann ist Fachspezialist Effizienzsteigerung und wettbewerbliche Ausschreibungen im BFE; Bild: BFE

Stefan Bormann: Obwohl die beleuchtete Fläche zugenommen hat und die Anforderungen an die Beleuchtungsstärken gestiegen sind, ist der Stromverbrauch für Beleuchtung in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Die Lichtbranche hat ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt müssen die vorhandenen, effizienteren Leuchten, Sensoren und Steuerungen einfach noch konsequenter eingesetzt werden.

Was meinen Sie mit konsequenter einsetzen?

Seit Jahren wird an Projektteam-Sitzungen darüber diskutiert, ob Beleuchtungsanlagen dimm- und steuerbar sein sollen. Diese Diskussion sollte mittlerweile wirklich nicht mehr geführt werden. Ausser die Nutzerinnen und Nutzer möchten auf einen grossen Teil der möglichen Einsparung verzichten und nebenbei noch Geld verlieren.

Die Branche hatte sich 2018 in der Lichtvereinbarung von Davos das Ziel gesetzt, den Anteil der Beleuchtung am Gesamtstromverbrauch zu halbieren bis 2025 von 7.5 TWh auf 3.5 TWh. Ende 2024 waren es aber noch 5.8 TWh. War das Ziel zu ambitioniert?

Tatsächlich war das Ziel sehr ambitioniert. In der Regel sind bei Sanierungen aber  Einsparungen von 50% und mehr durchaus realisierbar. Das bestätigen auch die vielen im Rahmen von ProKilowatt geförderten Projekte. In noch immer viel zu vielen Fällen wird aber einfach ohne korrekte Planung saniert, und so verpufft das Einsparpotenzial oft wegen überhöhter Beleuchtungsstärken und fehlender Sensorik.

Wo liegen die Herausforderungen, um den Stromverbrauch bei der Beleuchtung noch weiter zu senken?

Viele Bauherrschaften verzichten wegen vermeintlicher Mehrinvestitionen auf steuerbare Anlagen. Diese kurzsichtige Fixierung auf Erstellungs- statt auf Lebenszykluskosten ist nachweislich falsch. Die Lichtbranche stellt mittlerweile sehr gute Werkzeuge zur Verfügung. Über den Einsatz entscheiden die Beschaffer von Anlagen und Planungsleistungen. Diese Kompetenz aufzubauen, ist anspruchsvoll – aber vermutlich entscheidend für den Erfolg.

Die LED-Technologie brachte einen grossen Sprung punkto Energieeffizienz. Allerdings ist es mit dem Einsatz einer LED-Leuchte alleine offenbar nicht gemacht.

Sehr viel Strom kann bei der Beleuchtung gespart werden, wenn diese richtig dimensioniert und auch optimal gesteuert ist, also nur dann eingeschaltet ist, wenn sie auch effektiv gebraucht wird. In bestimmten Anwendungen wie Tiefgaragen, Korridoren oder Treppenhäusern können sogar über 90% eingespart werden! Das zeigen verschiedene Praxisbeispiele, wie beispielsweise jenes des Spitalzentrums Biel. Der Einfluss von Sensorik und der Vernetzung von Leuchten steuert einen grösseren Beitrag zur Effizienzsteigerung bei als der Ersatz von konventionellen Lichtquellen durch LED.

Zudem lässt sich der Verbrauch in den ersten Betriebsjahren allein mit der korrekten Einregulierung von Sensornachlaufzeiten und Beleuchtungsstärken bei der Inbetriebnahme von Neuanlagen in den allermeisten Fällen reduzieren. Dafür müssen fast zwingend dimm- und ansteuerbare Betriebsgeräte verbaut werden. Eine kleine Mehrinvestition, die sich aber schnell bezahlt macht.

Beim vorliegenden Monitoring-Bericht wurde ein neues Erhebungsmodell eingesetzt. Wie verlässlich sind die Zahlen?

Bereits im Vorjahr wurde ein neues Modell angewandt. Ursprünglich basierte die Verbrauchsberechnung (eine flächendeckende, mess-technische Erfassung des Stromverbrauchs für Beleuchtung ist nicht möglich) in erster Linie auf umfassend erhobenen Verkaufszahlen von Leuchten und konventionellen Leuchtmitteln (Licht-Markt Schweiz. Analyse 2023). Diese Methode bildet die heutige Beleuchtungslandschaft durch die zunehmende Verbreitung von neuen Technologien nicht mehr ausreichend genau ab (nähere Erläuterungen dazu im Bericht Energiemonitoring Beleuchtung 2023).

Die für die Berechnung zusätzlich verwendeten Faktoren wie beispielsweise die Steigerung der Effizienz von unterschiedlichen Leuchtentypen, die Zunahme der beleuchteten Flächen nach Nutzung etc. basieren auf breit abgestützten Angaben aus der Industrie und der Immobilienbranche. Wie bei jedem Modell gibt es natürlich eine gewisse Unschärfe. Dennoch sind die  ermittelten Verbrauchszahlen belastbar.

Interview und Photo: Brigitte Mader, Kommunikation Bundesamt für Energie

 

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Eine wichtige Erkenntnis im Blog zum Überblick über die Partizipation ist, dass die Aufgaben, zu denen eine Mitwirkung möglich ist, klar definiert sein sollen. Eine der wichtigsten Aufgaben der sechs Regionalkonferenzen (RK) in der zweiten Etappe des Sachplanverfahrens war es, sich zur Frage von möglichen Standorten von Oberflächenanlagen (OFA) für Tiefenlager zu äussern. Im Gegensatz zur Standortwahl und zur Festlegung des Lagerbereichs im Untergrund, bei dem ausschliesslich die Sicherheit die Eignung bestimmt, besteht an der Oberfläche eine gewisse raumplanerische Flexibilität. Weiterlesen

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Welches Fahrzeug entspricht am besten den eigenen Bedürfnissen? Wieviel CO2 stösst der gewünschte Neuwagen aus? Wie sieht es punkto Treibstoff- oder Stromverbrauch aus? Antworten gibt der Verbrauchskatalog, den EnergieSchweiz in Zusammenarbeit mit dem TCS komplett überarbeitet und mit neuen Elementen erweitert hat. Weiterlesen

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«Ob in der Schweiz in der Entsorgungsfrage radioaktiver Abfälle […] faire, gerechte und ausgewogene Partizipation zur Anwendung gelangen [wird], wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Inwiefern alle Akteure dazu bereit sind, aufeinander zuzugehen, einander zuzuhören und die unterschiedlichen Wertmassstäbe und Risikowahrnehmungen zu akzeptieren, wird sich zeigen.» So folgerte das BFE in einer breit angelegten Studie 2006. Darin untersucht wurden bereits gemachte Erfahrungen mit partizipativen Verfahren in der Entsorgungspolitik im In- und Ausland und formulierte Grundsätze für die Öffentlichkeitsbeteiligung im Sachplanverfahren. Deshalb ist die Frage berechtigt: Konnten diese hohen Ansprüchen in der Realität umgesetzt werden? Weiterlesen

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Im Herbst 2024 vertrat Co-Präsident Christopher Müller die Regionalkonferenz Nördlich Lägern (RK NL) am Forum on Stakeholder Confidence (FSC) der Nuclear Energy Agency (NEA) in Solna und Östhammar, Schweden. Internationale Expertinnen und Experten aus 15 Ländern kamen zusammen und diskutierten über die Herausforderungen und Chancen im Umgang mit radioaktiven Abfällen. Ein Fokus des Workshops lag auf der Beteiligung der Jugend.

Beteiligung der Jugend in Nördlich Lägern 

Östhammar ist die Standortgemeinde eines Lagers für schwach- und mittelaktive Abfälle und designierter Standort des Tiefenlagers für hochaktive Abfälle. Christopher Müller präsentierte dort die Ergebnisse der Jugendwerkstatt, welche die RK NL und das Bundesamt für Energie (BFE) einige Monate zuvor mit Jugendlichen aus der Region Nördlich Lägern durchgeführt hatten. Müller betonte in seiner Präsentation die erarbeiteten Kernpunkte: Die Jungen wollen sich aktiv einbringen und möchten transparent und verständlich informiert werden. Soziale Medien sind dafür essenziell. Ihr Wunsch geht indes über die einfache Information hinaus. Sie wollen aktiv in den Entscheidungsprozess eingebunden werden. Schulen und Bildungseinrichtungen sollen relevante Themen in den Unterricht integrieren, um den Zugang zur Thematik zu vereinfachen.

Die Perspektive der schwedischen Jugend

Schülerinnen und Schüler des örtlichen Gymnasiums berichteten über ihre Sichtweise, ihre Erfahrungen und Meinungen. Das nahegelegene Kernkraftwerk Forsmark wird von ihnen als bedeutender wirtschaftlicher Faktor und potenzieller Arbeitgeber wahrgenommen. Die Akzeptanz des Projekts ist entsprechend hoch. Hierin liegt der grosse Unterschied zwischen den zwei Ländern: Während die schwedische Jugend die regionale Bedeutung des Projekts und die wirtschaftlichen Chancen deutlich sieht, ist dies in der Schweiz nicht der Fall. Dies dürfte vor allem daran liegen, dass die schwedische Jugend seit Jahren in den Prozess der Standortentwicklung und Endlagerung einbezogen wird. Die Verbindung zwischen regionaler Entwicklung und Zukunftsaussichten will die RK NL in Zukunft deshalb noch stärker vermitteln. Der schwedische Ansatz zeigt: Eine frühe und kontinuierliche Einbindung junger Menschen kann dazu führen, eine sachliche Auseinandersetzung mit komplexen Projekten –  wie die Standortauswahl für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle – zu fördern.

Ein wertvoller Vergleich: Chancen für die Regionalkonferenz Nördlich Lägern

Die Teilnahme am Workshop bot der RK NL die Möglichkeit, die eigene Jugendbeteiligung darzustellen und wichtige Erkenntnisse aus dem schwedischen Ansatz zu gewinnen. Während in Schweden bereits eine tief verankerte Akzeptanz und Einbindung besteht, ist in der Schweiz noch Luft nach oben. Das Potenzial sollte genutzt und die Jugend langfristig in die regionale Entwicklung eingebunden werden. Nur so werden Jugendliche befähigt, sich kritisch und konstruktiv einzubringen.

Internationale Vernetzung als Lernplattform

Die RK NL profitiert von der internationalen Vernetzung und dem Austausch über Jugendbeteiligung. Sie bekommt wertvolle Impulse, um die eigenen Ansätze zu überdenken und weiterzuentwickeln. Die Erfahrungen der schwedischen Jugendlichen aus Östhammar liefern wertvolle Anhaltspunkte dafür, wie die RK NL ihre Jugendbeteiligung intensivieren und gezielt gestalten kann. Die Jugend in der Region soll sich selber als wichtiger Teil des Entscheidungsprozesses wahrnehmen und sich langfristig engagieren. Der kontinuierliche Dialog mit internationalen Partnern und die aktive Einbindung junger Menschen unterstützen diese Entwicklung. Die RK NL setzt damit ein klares Zeichen: Nur durch Transparenz, Offenheit und aktive und langfristige Beteiligung lassen sich nachhaltige Lösungen und Akzeptanz für komplexe Projekte wie die Endlagerung radioaktiver Abfälle erreichen.

Gastbeitrag: Christopher Müller, Co-Präsident der Regionalkonferenz Nördlich Lägern
Bild: kup/BFE

 

 

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Optimale Standorte für erneuerbare Energien, der Strommarkt der Zukunft oder KI im Energiebereich: Das sind Themen, die an der diesjährigen Energy Week der ETH Zürich diskutiert werden. Der Anlass findet zum 8. Mal statt. Weiterlesen

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Mit dem Entscheid des Bundesrates vom 30. November 2011 zu Etappe 1 startete die zweite Etappe des Sachplans. Zielvorgaben des Konzeptteils für diese Etappe: Die Entsorgungspflichtigen (vertreten durch die Nagra) schlagen mindestens zwei Standorte pro Abfallkategorie (hochaktive Abfälle HAA einerseits und schwach- und mittelaktive Abfälle SMA andererseits) zur weiteren Untersuchung vor. Parallel dazu nehmen die Regionalkonferenzen ihre Arbeit auf. Sie sollen die Vorschläge der Nagra zur Platzierung der Oberflächenanlagen beraten und sich dazu äussern. Weiterlesen

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