Energieetikette

Die Energieetikette klassifiziert eine Vielzahl von Geräten nach ihrer Energieeffizienz. Dabei werden gleiche Produkte miteinander verglichen und nach bestimmten Kriterien und Eigenschaften einer Energieeffizienzklasse zugeordnet. Das Ziel der Energieetikette ist die schnelle Übersicht über die Energieeffizienz der Produkte bei einer Neuanschaffung. Die Klassifizierung der Geräte wird mit Buchstaben und Farben gekennzeichnet und geht von A (effizient) bis G (ineffizient), bzw. von grün bis rot. Weiter werden auf der Energieetikette nebst dem Energieverbrauch auch andere produktrelevante Kennzahlen angegeben wie bspw. der Benzinverbrauch pro Kilometer bei Autos oder die Kilowattstunden pro Zeiteinheit bei elektronischen Geräten. Die Energieetikette existiert für diverse Produkte und reicht von der Glühbirne bis zum Autoreifen. Sie unterstützt die langfristige Energiestrategie der Schweiz, in welcher Energieeffizienz ein zentrales Instrument darstellt, um zukünftige Probleme wie den Klimawandel zu bewältigen.

Energieetiketten bei Fahrzeugen

Die Energieetikette von Personenwagen informiert über den Treibstoffverbrauch in Liter/100 km, den CO2-Ausstoss von Autos in g/km und die Energieeffizienz bezogen auf das Fahrzeugleergewicht. Sie unterstützt die angestrebte Absenkung des durchschnittlichen Treibstoffverbrauchs neuer Personenwagen. Die Energieetikette muss am Personenwagen oder in seiner Nähe gut sichtbar angebracht werden. Die Angaben aus der Energieetikette müssen ebenfalls in der Werbung, Online und in Verkaufsmaterialien angezeigt werden. Die Energieetikette erhöht beim Kauf eines Personenwagens mit der Angabe der (CO2)-Effizienzklasse von Autos die Transparenz und erleichtert so die Wahl des zukünftigen Autos. Der Kaufentscheid hat direkten Einfluss auf die Betriebskosten und wirkt sich insbesondere auf die laufenden Ausgaben für Treibstoff aus. Auch für Autoreifen gibt es Energieetiketten. Reifen sind für rund 20 Prozent des Treibstoffverbrauchs eines Fahrzeugs verantwortlich. Hauptgrund dafür ist der Rollwiderstand. Ein besserer Rollwiderstand verringert sowohl den Treibstoffverbrauch als auch die CO2-Emissionen. Besondern Personen, die häufig auf Schweizer Autobahnen unterwegs sind und mit hohen Geschwindigkeiten fahren, können mit besseren Reifen viel Geld für Treibstoff und Emissionen einsparen. Mit Hilfe der Reifenetikette finden Käuferinnen und Käufer die besten Reifen. Diese sind sowohl energiesparend als auch sicher und leise. Seit dem 1. August 2014 ist die Reifenetikette in der Schweiz obligatorisch. Die Reifenetikette zeigt sowohl die Energieeffizienz (Rollwiderstand) als auch eine Klassierung der Nasshaftung und des Lärms an.

Energieetiketten im Haushalt

Möchte man sein Haus renovieren, so ist es wichtig, sich zu informieren, für welche Haushaltsgeräte Energieetiketten existieren und obligatorisch sind. Energieetiketten gibt es neben denen für Autos und Autoreifen auch für Haushaltsgeräte, Lampen und Leuchten, Fernsehgeräte, gewerbliche Elektrogeräte, Fenster, Sanitärprodukte, Heizgeräte, Wassererwärmer und Speicher sowie Lüftungsanlagen. Dabei kann sich die Energieetikette zwischen den Produkten unterscheiden.

Rund 12 Prozent des schweizerischen Stromverbrauchs entfallen auf die Beleuchtung. Neben den Lampen braucht es zur Erzeugung von Licht auch Leuchten und je nach Technik zusätzliche Steuergeräte. Für die effiziente Erzeugung von qualitativ gutem Licht müssen die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt sein. Effizienz- und Deklarationsvorschriften bestehen für diverse Leuchtmittel und teilweise auch für deren Steuergeräte und Leuchten. Gemäss Energieverordnung müssen Lampen und Leuchten mit der Energieetikette deklariert sein. Für Lampen zeigt die Etikette neben der Energieeffizienzklasse auch den Energieverbrauch pro 1000 Betriebsstunden, bei Leuchten für welche Energieeffizienzklassen des Leuchtmittels die Leuchte kompatibel ist.

Auch mit guten Fenstern kann der Energieverbrauch eines Gebäudes gesenkt werden. Zudem können die Heizkosten minimiert und der Komfort spürbar erhöht werden. Die Energieetikette für Fenster informiert einfach und verständlich, welche Fenstersysteme besonders gut geeignet sind, die Wärmeverluste so gering wie möglich zu halten. Die Energieetikette für Fenster berücksichtigt auch die Energiegewinne durch die Sonneneinstrahlung. Bei Fenstern der besten Energieeffizienzklasse A sind die solaren Energiegewinne über die Heizperiode betrachtet sogar grösser als die Energieverluste.

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